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Geschrieben von Steffi528 am 21.07.2004, 16:04 Uhrzurück

Re:

Zum Thema beamten

vorneweg: ich bin keine Beamtin, aber im öffentlichen Dienst.
Unkündbarkeit ist ein Fremdwort, mehr noch, selbst unsere wirklich auch fleißigen jungen Bematinnen müssen jetzt mit etwas rechnen, was schon ziemlich daneben ist. Das ganze nennt man HARZT IV.
Und zwar habe ich eine junge Kollegin, Beamtin auf Probezeit, die im Sozialamt arbeitet.
Eigentlich rekrutiert man sich aus diesen reihen die Führungskräfte der Zukunft. Nun wird das Sozialamt ja aufgelöst und in die Bundesagentur "Arbeit" umgewandelt.
Mit dem Ergenbis, das diese Stellen bei uns wegfallen.
Das Arbeitsamt hat genug gut ausgebildete Kräfte und auch der Landkreis ist dabei, so daß unsere fünf Leute wohl nicht einen Platz bekommen. Da die Kollegin noch in der Probezeit ist, kann sie jederzeit gekündigt werden und hat dann keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld und Rentenzahlungen (weil ja noch in Probe)
Die anderen Kollegen sind Familienväter und Mütter, zwar nur Angestellte, aber diese werden dann umgesetzt im Haus und andere junge Leute rausgesetzt.
So verlieren wir also das "frische Blut"
und die zukünftige "Elite".
Das das nicht sehr motivierend ist, versteht sich auch so. Unserer Fachbereich wird eventuell aufgelöst, das heißt, der Chef, beamter und unkündbar muß irgendwo hingesetzt werden, notfalls irgendwo in deutschland. Seine Frau arbeitet nun aber hier, er hat Kinder, sein Haus, seinen sozialen Mittelpunkt, was alles verloren geht.
Daher finde ich es nicht ganz fair, immer auf den beamten herumzuhacken. Es gibt schwarze Schafe, aber es gibt auch sehr nette Leute, die ihren Job lieben, länger arbeiten, als sie brauchen, sich einbringen für die Belange der Kunden (sprich Bürger)
Leider wird gern das negative Beamtenbild gezeigt.

Zu den anderen Punkten: privates telefonieren nur mit PIN, der Versuch, trotz der kommunalen Finanzkrise so gut es geht üebr Dienstvereinbarungen etc ein modernes Bild abzugeben.
Natürlich arbeiten die einen mehr als die anderen, so ist es immer schon gewesen.

Ich gehe jetzt bald in den MuSchu und Erziehungsurlaub. Wenn ich wieder komme, wird mein Job wohl weg sein und ich auch umgesetzt. Ich weiß nicht, ob ich dann mit meiner hohen Ausbildung das dann noch will. Das Ergebnis ist die Arbeitslosigkeit.

Steffi

P.S., die in diesem Jahr nicht über die Sommermonate im Durchschnitt 60 Stunden / Woche arbeitet, weil sie schwanger ist und sich auch endlich mal etwas zurück nehmen darf.

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