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Geschrieben von bine+tom am 08.09.2003, 12:31 Uhrzurück

Oh Ihr Staatsschmarotzer, die Ihr Eure Kinder in kommunale Krippenbetreuung gebt!!!

Für mich der Aufreger der Woche oder des Monats: Herr Wunsch, seines Zeichens "Erziehungswissenschaftler" aus NRW, gestern Abend zu Gast in "Sabine Christiansen"...

Dieser Herr nämlich hat erkannt, dass wir Eltern die Kommunen monatlich mit 1100 Euro belasten (soviel soll ein Krippenplatz in NRW kosten) und diejenigen, die ihre Kiddies zuhause behalten, im Prinzip auf 1100 Euro monatlich verzichten würden.... Narürlich, ich habe jeden Monat 1100 Euro mehr in der Tasche...

HAT MAN DA NOCH WORTE?!?!

Also mir ist gestern vor dem Fernseher fast der Kragen geplatzt, als ich das gehört habe. Zumal ja auch unterstellt wurde (wortwörtlich!!!), dass manche Eltern Ihre Kinder dort nur parken würden, weil sie sich die Erziehungsarbeit nicht zumuten wollten... !!!!!!!!

Ich möchte mal wissen, in welchem Jahrhundert dieser Mann lebt. Solche Realitätsferne ist einfach unglaublich! Familienministerin Schmidt (auch zu Gast) hatte wenigstens ein Einsehen, dass, nur wenn man eine reale Wahlmöglichkeit hat, man auch wählen kann (und zwar zwischen Fremdbetreuung oder Eigenbetreuung), aber das in Deutschland derzeit nicht möglich ist.

Aber nach Ansicht des Herrn Wunsch ist ja der Staat hier garnicht gefragt, hier sollen gefälligst die Familien (oder Frauen?) erstmal ihre (gottgegebene?) Pflicht erfüllen, bevor er überhaupt über eine "Finanzierbarkeit" dieses für ihn so absurden Gedankens nachdenkt.

Ich möchte allen Ernstes wissen, wieso es in Frankreich oder Skandinavien (insbesondere Finnland) so gut funktioniert und auch die Geburtenraten wesentlich besser sind, als hier.

Es ist ja spätestens seit PISA bekannt, dass dort die Kinder schon ab 1 Jahr in Fremdbetreuung gegeben werden können und ab 4 Jahren mit einer Art Vorschule begonnen wird. Warum soll das also hier nicht funktionieren? Auch in der Schweiz hat man eine ganz simple Rechnung aufgemacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass Investition in Kinder sehr rentabel ist (für 1 investierten Franken bekommt der Staat 1,40 Franken zurück).

Deutschland ist (nicht nur) in dieser Beziehung Entwicklungsland. Und wegen der Finanzierbarkeit: Geld ist genug da, es sollte nur etwas anders verteilt werden! Und wegen der "teuren kommunalen Krippenplätze" empfehle ich jedem Landesvater einen Unternehmensberater, damit kann man seine Verwaltung und Eigenbetriebe durchaus noch in Profitcenter verwandeln. Wie sollte den sonst erklärbar sein, dass eine private Betreuung in einer 1A Einrichtung nur etwa 600 Euro monatlich kostet??? Liegt wohl an der schlankeren Verwaltung.

Tut mir leid, aber das musste ich mal loswerden!

aufgeregte Grüße
die bine

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