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Geschrieben von Ralph am 26.09.2003, 12:42 Uhrzurück

Nur kurz zu Christentum und Islam! :-)

Hi Marit,

das ist ja das tragische, daß, soweit ich es erinnere, beide Religionen so viel gemeinsam haben.
Im Namen des Christentums ist viel Blut geflossen, da gibt es nichts zu beschönigen, das hat aber etwas mit der Kirchendoktrin zu tun, nicht mit der reinen Religion an sich. Heute stellt sich das Christentum anders dar, wenn auch noch mit vielen Unzulänglichkeiten, rotzdem bleibt die Kernaussage dieser Religion gewaltfrei. Und Kriege, ob von unten oder von oben, werden nicht mehr geführt.

Beim Islam in seiner praktischen Ausführung sehe ich tagtäglich andere Realitäten. Und ich kenne mich einfach nicht genug aus, um genau unterscheiden zu können, was islamgerecht ist und was von Eiferern hineininterpretiert wurde. Da wäre Aufklärung dringend vonnöten. Gestern habe ich im ZDF eine Sendung über das Kopftuchurteil gesehen. Der Vertreter des Zentralrates der Muslime in Deutschland machte auf mich nicht grade den Eindruck, als ob er die Demokratie wirklich aufgesogen hat. Damit erweist aber den vielen, vielen Muslims in Deutschland einen Bärendienst. Ich davon aus, daß die allermeisten sich von den Greueltaten im Namen des Islam distanzieren. Allein: ich gehe davon aus, hörbare Statements gibt es dazu nicht, oder habe ich etwas verpaßt?
Dabei gibt es so viele organisationen. Die Kurden z.B. haben jahrelang hier eine Demo nach der anderen geliefert. Soll also keiner sagen, es gäbe kein motivationspotential für die Straße.
Dadurch, daß es möglicherweise eine schweigende Mehrheit gibt, wächst bei mir ein ungutes gefühl, und das kann nicht im Sinne der Muslims sein.

Man hat vielen Deutschen im Dritten Reich vorgeworfen, daß sie geschiegen hätten. Abgesehen davon, daß noch zu hinterfragen wäre, wer wann wovon gewußt hatte, bleibt es Tatsache, daß eine Auflehnen gegen z.B. die Judenverfolgung eine reale Gefahr für Leib und Leben bedeutet hätte.
Die Muslims in Deutschland können frei ihre Meinung äußern, niemand würde sie hier in Deutschland dafür ins gefängnis stecken, foltern oder gar töten. Und trotzdem keine Demos gegen die Intifada, gegen die Heiligen Kriege, gegen Beschneidung aus religiösen Gründen und Frauenunterdrückung im Namen des Islam.

Christen hingegen sind Anfang der 80er Jahre auf die Straßen gegangen gegen die Aufrüstung, auf Kirchentagen sind Politiker in Fragestunden regelrecht an die Wand argumentiert worden (ich war selbst zugegen).
Aus Koranschulen hört man, wenn überhaupt, sehr viel Extremes, aber vielleicht ist da, das gestehe ich zu, auch die Berichterstattung bewußt einseitig.
Aber auch däs würde einer Richtigstellung durch die entsprechenden Verbände der Muslims hier in Deutschland bedürfen.

Nur: Aus dieser Richtung höre ich nichts, keine Silbe!!

Liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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