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Geschrieben von Tini mit Charlotte am 13.04.2003, 21:37 Uhrzurück

Re: Nur Mal so......

Goldi,

zwei Fragen mit Antwort zu dieser Thematik, ob das Resultat nicht die Mittel heiligt:

1.) Ist das positive Ergebnis einer Tat mit falschen/schlechten
Motiven moralisch gleichwertig einem gleichen Ergebnis einer Tat mit
richtigen/guten Motiven ?

Antwort:
Nein, weil wenn die falschen/schlechten Motive zu einem - für wen auch immer -positiven Ergebnis führen, legitimiert sich damit das falsche/schlechte Motiv und wird gesellschaftsfähig, dass es - für leichtere Köpfe - wie ein richtiges/gutes Motiv aussieht. Ein solches Motiv gewinnt an Macht und führt zu Ergebnissen, die so falsch sind, wie das ursprüngliche Motiv.

Eine Tat kann in einer Gesellschaft niemals isoliert für sich betrachtet werden, sie hat Nebenwirkungen und zukünftige Auswirkungen. Wenn (zufällig oder nebenbei) ein positives Ergebnis
aus einer Tat mit moralisch-ethisch fragwürdigen Motiven resultiert, dann _lernt_ der Täter selbst oder seine Beobachter (Gesellschaft) etwas Falsches, nämlich dass es egal ist, warum man etwas tut, es komme nur darauf an, "was hinten 'raus kommt".

2.) Ist eine Handlung basierend auf falschen/schlechten Motiven moralisch abzulehnen, selbst wenn sie zu einem positiven Ergebnis führt
[2b.)und dieses Ergebnis eventuell sogar mit moralisch nicht verwerflichen Mitteln erreicht wurde]?
Ja, weil die Handlung aus falschen/schlechten Motiven heraus ein -
wie auch immer geartetes - Ergebnis liefert, das mit verwerflichen
Mitteln erreicht wurde. Das *Ergebnis* einer Handlung ist nur in nennenswerten Betracht zu
ziehen, wenn es ein Ergebnis ist, das Folgeergebnisse beinhaltet, die
zum einen moralisch vertretbar sein müssen und sich dann gleichfalls
moralisch realisieren lassen können. Man muß sozusagen, die Autobahnen in Deutschland nicht zerstören, nur weil Hitler sie mit Zwangsarbeitern hat bauen lassen, aber der Bau selbst war verwerflich und rechtfertigt nicht das Resultat.

Also, jetzt mal konkret für das Irak-Dilemma:
Verhältnis von Motiv zu Ergebnis
zipfer (10. April 2003 0:42)
Naja, solche Diskussionen entwickeln sich schnell zu scholastischen
Kompendien.
"Thomas von Aquin, übernehmen Sie!"

Ich täte es mehr praktisch sehen:


> 1.) Ist das positive Ergebnis einer Tat mit falschen/schlechten
> Motiven moralisch gleichwertig einem gleichen Ergebnis einer Tat mit
> richtigen/guten Motiven ?

Es ist selten der Fall, daß das Ergebnis dasselbe ist.
Ausgesprochen selten sogar.

Bleiben wir im Irak.

Nach der "schlechtes Motiv => gutes Ergebnis"- These wäre etwa
folgende Entwicklung denkbar:
1.)USA wollen Öl und Waffentest (schlechtes Motiv)
2.)Saddam Hussein hat Öl und ist böser diktator.
3.)Daher beginnen USA rechtswidrigen Angriffkrieg (schlechte Handlung)
4.)Dadurch wird Saddam entmachtet und das irakische Volk frei (gutes Resultat)
=verwerfliche Motive führen durch verwerfliche Handlung zu gutem Ergebnis.

Hätte aber eine weniger verwerfliche Handlung mit weniger verwerflichen Motiven zu dem selben Schluß führen können? Wenn ja, ist diese moralisch vorzuziehen. Aber das Resultat aus dieser verwerflichen Handlung ist nicht abzulehnen oder rückgängig zumachen.

Aaaaber:
So spielts das nicht, denn die Boshaftigkeit des Motives schlägt auf
das Ergebnis durch.
Bleiben wir beim Bsp.

1.)USA wollen Öl und Waffen testen.
2.)Saddam Hussein hat Öl und ist böser diktator.
3.)Daher beginnen die USA völerrechtswidrigen Angriffskrieg, weil sie Öl selber haben wollen.
4.)Dadurch geht böser Diktator und das irakische Volk wird frei.
-------------------------------------> so weit gleich
5.)Ami behalten sich Öl und lassen Irak von Ami-Firma ausbeuten.
6.)Irakisches Volk darbt und will Öl selber verkaufen. Wählt also
Politiker mit Auftrag, Ölquellen zu verstaatlichen (sind ja jetzt demokratisch)
7.) USA wollen Ölquellen nicht hergeben und stürzen gewählten Politiker. Setzen neuen Politiker ein, der Ölquellen nicht
verstaatlicht.
8.) Irakisches Volk sauer, nennt Politiker Verräter. Will ihn stürzen.
9.)USA schicken Geheimdienstspezialisten, die Sturz des POlitikers verhindern, indem sie alle einsperren und/oder umlegen, die ihn
stürzen wollen.
10.) Irak hat neue Diktatur und kein Öl.
------------------------------------
Schlechtes Resultat durch verwerfliche Handlungen (denn wer sich nicht an Gesetz und Ordnung hält, die man sich geschworen zu verteidigen, dann hält man sich auch später nicht and Recht und Ordnung.)

Die Konsequenzen aus einer verwerflichen Handlung sind wesentlich weitreichender asl nur: Oh, aber für die Iraker ist das doch am besten. Das wissen wir nicht, warten wir's ab. Aber wie gesagt: ein gutes Ergebnis ist nicht deshalb abzulehnen, weil es auf einer schlechten Tat beruht. Aber die schlechte Tat muß trotzdem geahndet werden.

kristni

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