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Geschrieben von KH am 31.10.2004, 17:22 Uhrzurück

Nochmal zum Thema Halloween

"Viele sind darauf hereingefallen"
Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann ärgert sich über den Boom, den das Geisterfest in Deutschland ausgelöst hat: "Gezielt wurde dieser 'Kürbis-Kult' durch die Werbeindustrie gesetzt, und viele sind darauf hereingefallen", sagt sie der Bildzeitung. Gerade den Protestanten ist Halloween ein Dorn im Auge, weil der 31. Oktober bereits durch einen anderen Feiertag belegt ist, den Reformationstag.

Geburtsstunde der evangelischen Kirche
Am 31. Oktober 1517 schlug Reformator Martin Luther in Wittenberg (Sachsen- Anhalt) seine 95 Thesen an das Tor der Wittenberger Schlosskirche. Sein Protest gegen den die gängige Praxis des Ablasshandels, bei dem Sünden gegen Geld vergeben wurden, gilt als Geburtsstunde der evangelischen Kirche.

Die Nacht der Toten
Während Luther jedoch mehr und mehr in Vergessenheit gerät, erfreut sich das im Ursprung heidnische Halloween-Fest immer größerer Beliebtheit. Die Kelten glaubten, dass in der Nacht, die das Ende des Sommers markiert, die Grenzen zwischen dem Reich der Toten und dem Reich der Lebenden besonders durchlässig wären. Um sich gegen unerwünschte Geisterbesuche zu schützen, zündeten sie Feuer an und trugen schauerliche Masken.

Weihnachten, Ostern - Halloween
Den kommerziellen Erfolg, den das Fest in den USA verzeichnet, will sich der deutsche Einzelhandel nicht entgehen lassen. Halloween braucht sich vor den traditionellen festen nicht zu verstecken. Laut Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie nimmt Halloween inzwischen den dritten Platz nach Weihnachten und Ostern ein. Kürbis ist zum Trendgemüse geworden. Entsprechend stimmen die Händler den Konsumenten schon sechs Wochen vorher auf das Ereignis ein.

"Hallo Luther statt Halloween"
Gegen den Spuk in der Nacht vor Allerheiligen, der besonders Kindern großen Spaß macht, hat der Reformationstag große Schwierigkeiten, sich zu behaupten. "Ich empfinde das als Kulturverlust", meint Margot Käßmann. "Energisch sollten wir uns für die traditionellen Feiertage und ihre Inhalte einsetzen." Luthers Thesen hätten die Welt verändert, deshalb sei der Reformationstag ein wahrer Feiertag: "Hallo Luther statt Halloween", fordert die Landesbischöfin.

Halloween-Gegner befinden sich also in prominenter Gesellschaft. Hier war doch vor einiger Zeit mal eine heftige Diskussion. Luther als Kürbiskopf?
Erinnert mich ein bisschen an die Touristin in einer Kirche in Norden, die sich darüber wunderte, dass Luther jetzt auch schon heilig gesprochen sei. Auf meine Frage warum, wies sie auf die Statue oder das Relief, ich weiß jetzt nicht mehr so genau. Ich musste die süddeutsche Touristin erst mal darauf hinweisen, dass es sich um eine evangelische Kirche handelte, in der sie sich gerade befand. Vielleicht lässt sich ja auch eine Verbindung herstellen, die Kürbisse hat Luther geschnitzt um auf die Kürbisköpfe in der kath. Kirche hinzuweisen, oder dass man die Thesen besser lesen kann. Interessantes Thema: Wittenberg und die Kürbisse.
Grüße aus dem süden

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