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Geschrieben von Elisabeth mit Fumi & Temi am 12.01.2006, 10:33 Uhrzurück

Re: Nochmal mitsenf

Hallo Antje,

Du lehnst irgendwie das Beschreiben eigener Erlebnisse ab, tust es aber selber.

Natürlich kenne ich auch gut ausgelastete "Nur-Hausfrauen". Die sind aber immer in sehr großem Rahmen ehrenamtlich engagiert - und das ist ja wie arbeiten, nur ohne Geld. Die, die den ganzen Tag nur Haushalt, Kind/er, Garten machen, sind geistig unterfordert, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Und dann geht es mir auch um Statistik. Mag ja sein, daß Ihr ganz konkret finanziell für Dich vorgesorgt habt - das ist aber in reichlich 80% der Hausfrauenehen nicht der Fall, weil dazu das Geld dann eben doch nicht reicht. Eine gute Altersvorsorge für eine Hausfrau kostet gerne 100,- Euro im Monat, wer hat die schon übrig, wenn nur einer entgeltlich arbeitet?

Und was das "wir können immer miteinander reden" angeht - entschuldige bitte, wenn ich da wissend ginse. Bis vor drei Jahren konnte ich mit meinem Mann auch über alles reden. Die Verletzungen, die eine Scheidung IMMER nach sich zieht, macht das manchmal unmöglich. Ich hätte bis vor drei Jahren genauso gesprochen wie Du: "Wir lassen uns NIE scheiden, und wenn doch, schaffen wir eine friedliche Scheidung." Jeder hier weiß, wie das ausgegangen ist. Was nicht heißt, daß es immer so sein MUSS. Aber es heißt, daß Du nicht weißt, wie eine Scheidung bei Euch ablaufen würde. Aber selbst, WENN Ihr nach der Trennung noch gut miteinander reden könnt: Es ist nachher einfach weniger Geld da. Das heißt: Das Geld, das heute evtl. noch eben gerade so reicht, reicht dann eben nicht mehr. Wer damit lebt, daß er dann mit hoher Wahrscheinlichkeit einen "niederen" Job wie Putzen o.ä. nehmen muß, weil man zu lange aus der Arbeitswelt raus ist, der hat meinen Segen. Aber da will ich nachher auch kein Jammern hören. Wobei sich dann auch der Kreis schließt: Wer wengstens ehrenamtlich tätig war, hat anschließend auch bessere Chancen, einen etwas höher qualifizierten Job zu bekommen. Wer 10 Jahre nur die Fußleisten gewienert hat, der wird wahrscheinlich nach der Scheidung, dem Tod oder der Arbeitsunfähigkeit des Alleinverdieners genau das weiterhin machen müssen - nur bei fremden Leuten.

Nochmal: Ich habe nichts gegen Nur-Hausfrauen. Ich sehe nur, daß es erheblich weniger Vorteile als Nachteile gibt - und zwar ganz objektiv. Wenn ich mit einem Millionär verheiratet wäre, würde ich möglicherweise auch meinen Job an den Nagel hängen, aber ich würde mein ehrenamtliches Engagement ausbauen. Und ich würde darauf bestehen, daß ich angemessen abgesichert bin. Für eine Frau, deren Mann ein Einkommen im "normalen" Bereich hat, hat das Hausfrauendasein für jeden Vorteil ungefähr 10 Nachteile. Und darauf begründet sich mein Unverständnis. Und was das "jeder wie er will" betrifft: Sobald die Frau aufgrund ihrer eigenen Uninformiertheit und Sorglosigkeit irgendwann der Allgemeinheit zur Last fällt, betrifft es auch mich. Ich zucke immer zusammen, wenn solche Frauen dann von "unverschuldeter Armut" sprechen. DIESE Armut ist dann vielleicht nicht verschuldet, aber zumindest grob fahrlässig herbeigeführt worden.

Ich schicke das jetzt ab, obwohl es wohl "fieser" rüberkommt, als ich es meine. Ich will nicht polarisieren, ich will wachrütteln. Aber mein Vorsichtig-Formulier-Zentrum im Gehirn ist gerade vom Föhn belegt.

Trotzdem liebe Grüße,
Elisabeth.

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