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Geschrieben von Bumblebear am 12.05.2003, 9:46 Uhrzurück

Neues Buch, das Bushs "Politik" kritisiert - könnte interessant sein!

Hallo!
Ich habe über Yahoo diesen Artikel gelesen - das Buch werde ich mir auf alle Fälle kaufen. Habe zwar schon "Stupid white men", ist ganz interessant und schockierend,
aber mir zu populistisch und altbacken geschrieben. Bei der Liste mit den Kürzungen von Geldern und Unterzeichnung neuer Gesetze kann es einem aber himmelangst werden.


New York (dpa) - Über amerikanische Politik hat Norman Mailer schon immer geschimpft, aber noch nie war das Enfant terrible der US-Literatur so wütend wie heute. In den 60ern war er Wortführer der Vietnam-Kriegsgegner. Die Empörung von damals wird in den Schatten gestellt vom Zorn über die Bush-Regierung und den Irak-Krieg, wie er aus Mailers neuem Buch «Why Are We at War?» spricht. Unter dem Titel «Heiliger Krieg: Amerikas Kreuzzug» ist seine Sicht der eigentlichen Gründe für diesen Krieg und der Pläne der US-Regierung für die künftige Weltordnung kurz nach der Originalausgabe auch in deutscher Sprache erschienen. Das Sachbuch, bei dem Mailer durchaus nicht immer sachlich bleibt, ist eine bittere Anklage und zugleich eine sorgenvolle Warnung vor dem Untergang von Freiheit und Demokratie - ausgerechnet in jenem Land, das sich als deren mächtigster Garant darstellt. Nachdem Michael Moore mit «Stupid White Men» Bestseller-Listen eroberte, stößt Mailer in das selbe Horn: USA als militärisch unschlagbare Bananenrepublik. Eine Scheindemokratie im Würgegriff düsterer imperialistischer Verschwörer. An der Spitze ein ferngesteuerter Ex-Trinker - mittels Wahlbetrug an die Macht gebracht -, der Mühe hat, seine Mimik den ihm hingeschobenen Reden anzupassen. Moore hat das als Satire verpackt. Der 80-jährige Mailer hingegen hat aus eigenen Interviews, aus Reden und Essays auf 128 Seiten eine polemische Kampfschrift zusammengestellt, die allerdings immer wieder durch köstlich ironische Passagen aufgelockert wird.
Vor Gefährdungen der Demokratie in der modernen Industriegesellschaft hat Mailer schon früher gewarnt, unter anderem 1991 in «Gespenster». Auch düstere Verschwörungen waren sein Thema, wie 1995 in «Oswalds Geschichte» über das Kennedy-Attentat. Nun aber zeichnet der «angry old man», der seit dem Kriegsroman «Die Nackten und die Toten» (1948) zu den wichtigsten amerikanischen Schriftstellern gehört, ein albtraumhaftes Bild von Amerika als einer arroganten Supermacht mit faschistischen Tendenzen. Nach Mailer läuft in den USA weitgehend unbemerkt von den manipulierten Massen eine Undercover-Revolution scheinheiliger Machtfanatiker ab, die unter dem Sternenbanner «das Römische Imperium in der Version fürs 21. Jahrhundert» errichten wollen. Der Untergang des Kommunismus sei dafür eine wichtige Voraussetzung gewesen, aber erst der 11. September habe den «Fahnenkonservativen» den Weg zur Verwirklichung ihrer imperialen Pläne geebnet. «Fahnenkonservative» nennt Mailer den Präsidenten George W. Bush und dessen Hintermänner. Ständig würden sie polarisierend von «böse» und «gut» reden und Lippenbekenntnisse für konservative Werte abgeben, um die sie sich in Wirklichkeit einen feuchten Kehricht scherten. Erschreckend simpel und erfolgreich zugleich hätten sie die Zerstörung des World Trade Centers instrumentalisiert: «Der 11. September war böse, Saddam ist böse, alles Böse hängt irgendwie zusammen. Also: der Irak.» Doch der Irak-Krieg sei erst der Anfang eines weltumspannenden Kreuzzuges.
Norman Mailer
Heiliger Krieg - Amerikas Kreuzzug
ISBN 3-498-04492-3

LGBB

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