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Geschrieben von Leolu am 12.05.2005, 20:28 Uhrzurück

Re: nein, sehe ich nicht so!!!

Hallo!
Da meine Geschichtsbücher im Keller sind habe ich nun erstmal gegoogelt, möchte nämlich nichts sagen, was ich nicht auch belegen kann. Vorneweg, ich habe mich damit schon früh beschäftigt, mit 10 Jahren besuchte ich mit der Grundschule ein Austellung zu dem Thema in einemLandeskrankenhaus, was gleich an der Grundschule lag, ansonsten wäre das thema wohl nie so aufgekommen bei mir. Später auf als die Zeit im Geschichtsunterricht durchgenommen wurde, wurde nämlich von Behinderten so gut wie gar nichts erzählt. Genau das ist es, was ich so ankreide, die Juden werden immer erwähnt, über die behinderten, die Opfer waren, wird gar nicht oder kaum gesprochen, schon inder Schulbildung nicht!!!! Und dies war auch die einzige AUsstellung zu dem Thema, die ich je gesehen habe, über Ausstellungen der Judenvernichtung hört man immer wieder, es wird also viel mehr publik gemacht!
Was ich nun auf die schnelle zu dem Thema gefunden habe gibt uns beiden recht.
Dir, daß es irgendwan zumindest teilweise bekannt wurde, was geschieht, aber gleichzeitig auch mir, daß man vieles vorher und später immernoch im Geheimen gemacht hat, den Angehörigen falsche Geschichten erzählt hat etc..
Hier mal der Text (der mich aufs neue erschüttert hat):
am 30. 01. 1933 wird Hitler Reichskanzler
Göring spricht schon im März 1933 vom Kampf gegen den Schmutz
14. Juli 1933 "Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses"
Sterilisationsgesetz gilt für:
angeborener Schwachsinn
Schizophrene
Manisch-depressive
Epileptiker
Erbliche Blind- und Taubheit
Schwere erbliche Mißbildungen
Die Reaktion der Krüppelfürsorge-Einrichtungen war der Versuch, die NS-Regierung vom wirtschaftlichen Nutzen der Körperbehinderten zu überzeugen (die Gegenüberstellen der aufzubringenden Sozialausgaben und der Einnahmen der sonst brachliegenden Arbeitsleistung ergab einen finanziellen Gewinn) → gleichzeitig fand eine Verschärfung der Situation der "siechen Krüppel" im Vergleich zu produktiven Körperbehinderten statt

Über Sterilisation entschied das Erbgesundheitsgericht (Amtsrichter, Beamter. Arzt) oder die betroffene Person selbst. Im Juni 1935: "Erweiterung zum Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" (erzwungene Abtreibung). Einspruch gegen eine Entscheidung war zwar rechtlich möglich, fand jedoch praktisch keine Anwendung.
Am 01. 09. 1939 gibt Hitler den Euthanasiebefehl "unheilbar Kranken" den "Gnadentod" zu gewähren → Umsetzung vorhandener sozialdarwinistischer und rassenhygienischer Vorstellungen in die Praxis
Tötung lebensunwerten Lebens
("lebensunwert": v.a. Geisteskranke, ansonsten Körperbehinderte, Epileptiker, Blinde, Gehörlose, Alkoholiker und politische Gegner)
Verfahren zur Erfassung "unwerten Lebens":
Meldepflicht für alle geisteskranke und missgebildete Insassen von Anstalten und Pflegeheimen
Gutachten werden erstellt
Gremium von Obergutachtern entscheidet über Verlegung in eine Tötungsanstalt
Ärzte, insbesondere Psychiater, fahren Ermordungen eigenverantwortlich durch und tragen folgende Aktionen mit:
Kindereuthanasie

Gutachten über behinderte Kinder erlauben es, sie von den Pflegeheimen in sogenannte Kinderfachabteilungen zu überweisen. Dort werden sie mit Morphinpräparaten, Medikamenten und durch Verhungern lassen getötet (diese Methoden tarnen Todesursache besser als Vergasung)
bis Kriegsende ca. 5000 Ermordungen
Aktion "T4"

Behinderte, v.a. Geisteskranke aus den Anstalten werden in Vernichtungsanstalten gebracht und dort in Gaskammern ermordet
Tötungsanstalten:
Schloss Grafeneck: vorher Krüppelheim, wird als "Seuchenlazarett" getarnt
Ärzte, die Ermordungen durchführten, waren politisch zuverlässige Leute, meist jung und unerfahren
Ermordete werden verbrannt, damit man Todesursache nicht erkennen kann, Urne mit Asche wird an Verwandte geschickt mit ausgedachter Todesursache als Erklärung
mit allen Mitteln wird versucht, Ermordungen geheimzuhalten (teilw. Drohung mit Todesstrafe, wenn "Gerücht" über Ermordungen weitererzählt würde)
trotzdem entsteht bei Angehörigen Zweifel, da sich Urnenmitteilungen häufen
1940 werden Anstaltsmorde offiziell bekannt
Widerstand seitens der katholischen Kirche, Druck der Öffentlichkeit sehr stark, Proteste. Einstellung der T4- Aktion durch Hitler. Bis dahin 80- 100.000 Ermordungen.
Nach offizieller Einstellung wird Euthanasie als "wilde Euthanasie" weitergeführt
Lazarette für Kriegsverwundete werden gebraucht, psychisch Kranke müssen aus Anstalten weichen, damit Plätze frei werden
Psychiater werden vom Regime aufgefordert, in eigener Initiative weiter Euthanasie zu betreiben
In Heimen und Anstalten wurden Patienten getötet mit Giftinjektionen, schädlichen Medikamenten und durch Nahrungsentzug
Aktion 14f13

14f13 Codename für Ermordungen Geisteskranker in Konzentrationslagern
das T4- Personal war beauftragt, das KZ von "überzähligen" Insassen zu befreien
Untersuchungen durch Ärzte finden nicht mehr statt, es werden keine Gutachten mehr erstellt, die Lagerinsassen müssen lediglich einen Fragebogen ausfüllen (offiziell für Verlegung in ein Erholungsheim)
neben der Vernichtung von Geisteskranken und politisch Gefangenen werden an ihnen auch medizinische Experimente von den Ärzten durchgeführt
bis Kriegsende: 20000 Ermordungen


So, nun ich wieder:
Insgesamt also über 200.00 Behinderte die den Tod gefunden haben, ichdenke, auch das sollte mehr beachtung finden, warum haben sie also kein Denkmal verdient?
LG
Nina

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