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Geschrieben von krissie am 12.05.2005, 20:01 Uhrzurück

Re: nein, sehe ich nicht so!!!

Sorry Nina, ich kann Deine Meinung zu Denkmälern nachvollziehen, auch wenn ich es sehe, aber da schreibst Du echt historischen Müll zusammen! Entschuldige meine harten worte, aber ich kenn mich ziemlich gut aus damit und es ist erstens schon mal ziemlich anmaßend sozusagen zu schreiben: "Hätten ja abhauen können, dann wär ihnen nichts passiert" und zweitens ist es einfach unhaltbar falsch. Abhauen konnten die Menschen jüdischen Glaubens überhaupt nur bis zu einem gewissen Zeitpunkt und zwar viele Jahre, bevor man anfing, sie zu vergasen. (Übrigens wurden auch Menschen christlichen Glaubens, als diese "Dt. Christen" von denen Du schreibst, als "Juden" vergast, da man sie "rassisch" als Juden einordnete wegen ihrer Vorfahren) Damals hat auch der pessmistischste Mensch nicht mit Massenmord gerechnet, nicht rechnen können.
"ABhauen" wurde ihnen nach 1933 sehr schwer gemacht, weil sie nur noch Bürger zweiter Klasse mit eingeschränkten Rechten waren, dies spitzte sich immer mehr zu, in den Jahren bis 1938 wurde ihnen schließlich alle Rechte und jede Existenzgrundlage genommen. Sie kamen zum Teil nicht raus wegen unerfüllbarer Rechtsauflagen, zum Teil kein Aufnehmerland, Aufgabe der gesamten wirtschatlichen Existenz wurde verlangt... Es handelte sich hier um Menschen, die hier seit Generationen lebten, arbeiten, sich etwas aufgebaut hatten, dem Land verbunden fühlten, sich "deutsch" fühlten (und zu einem Teil ja auch überhaupt nicht jüdisch sondern evangelisch oder katholisch getauft waren).
Die Möglichkeiten auszuwandern variierten in der Zeit bis Kriegsausbruch gesetzlich immer wieder, danach war nix mehr möglich.
Viele, die raus wollten, sind nicht mehr rausgekommen, haben aber zum Teil noch ihre Kinder weggeschickt (wie verzweifelt muss man sein, wenn man seine eigenen Kinder in eine ungewisse Zukunft verschickt?).
Die, die zum Teil rausgekommen sind, sind in die Nachbarländer gekommen und wurden dann von den Nazis wieder eingeholt nach Kriegsausbruch. Die Juden in den Nachbarländern wurden sowieso erst mit Kriegsausbruch von einem Tag auf den anderen entrechtet und verfolgt.
Zu dem Zeitpunkt, als die Vergasungen begannen, hatten die Menschen jüdischer Relgion (bzw. mit jüdischen Vorfahren) jedenfalls nichts, aber auch wirklich nichts mehr, als ihr nacktes Leben.

Über ihre Feindschaft gegenüber Behinderten ("Lebensunwertes Leben") haben die Nazis übrigens auch nie ein Geheimnis gemacht. Ab 1933 wurden angeblich Behinderte zwangssterilisiert und es gab in diesem Zusammenhang auch Zwangsabtreibungen.
Also, da nun zu behaupten, das eine mag hinterhältiger als das andere gewesen sein, das ist echt eine abstruse und auch falsche Argumentation.
LG Kristina

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