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Geschrieben von Ralph am 28.10.2003, 12:33 Uhrzurück

Nein, natürlich nicht!

Hi Marit,

nein, natürlich nicht. Mir ist in den vergangenen JAhren nur aufgefallen, daß beispielsweise gegen das Engement der NATO im Kosovo Milosevic-Anhänger wochenlang vor dem amerikanischen Konsulat in Hamburg demosntriert haben (damals ging das noch). Tausende und Abertausende Serben sind damals mit jugoslawischen Flaggen duch unsere Innenstadt gezogen, ich mußte mit ansehen, wie meine regierung im eigenen LAnd bepöbelt wurde. Nun gut, das mag noch grade soeben zur meinungsfreiheit gehören, auch wenn ich diese Demos unter dem Eindruck des serbischen Völkermords im Kosovo völlig daneben fand. Über den Völkermord haben diese Mitbürger kein Wort verloren, oder ihn als westliche Lüge bezeichnet.
Die Staatengemeinschaft war sich damals einig darüber, daß DIESER Einsatz zwingend erforderlich war.

Als die USA diese Frühjahr den Irak angriffen, gab es weltweit dagegen Proteste. Viele habe ich verstanden, ich selbst habe zu diesem Angriff auch ein recht ambivalentes Verhältnis.
Aber wer sich so vehement gegen zumindest fragwürdige Aktionen des - wie soll ich sagen... politischen gegners - einsetzen kann, von dem erwarte ich eigentlich auch, daß er sich dann, dem Rechtsempfinden folgend, bei Aktionen wie dem Anschlag in Bagdad auch eine Demo organisiert.

Das heißt noch lange nicht, daß man immer und überall teilnehmen muß, oder daß man dafür ist, wogegen man nicht auf die Straße geht.

Mir stößt es nur sauer auf, wenn gegen alles amerikanische protestiert wird, weil es amerikanisch ist, nund icht weil es fehlerhafte Politik ist, bei Verbrechen eigener Couleur aber jedes Maß an politischer Einschätzung verliert oder faul zuhause bleibt.

Hilfsgüter zu zerstören und Helfer zu ermorden, auch wenn sie in der Verwaltung tätig sind oder aus Amerika kommen (das spielt nämlich keine Rolle), halte ich für ein Kapitalverbechen!

NAtürlich habe ich bewußt etwas provoziert! :-)
Aber es gibt dich ganz klare Unterschiede. Die "Befreiung" des Iraks ist bis heute selbst in Europa umstritten. DAbei heißt es ja noch nicht einmal, daß grundsätzlich Gewaltzeinsatz im Irak ausgeschlossen wurde. Lediglich der zeitpunkt und auch die amerikanische Diplomatie und Begründung hierzu wurde arg angegriffen.
Nichtsdestotrotz wird aber munter weiter diskutiert und debattiert.
Deutschland und Frankreich haben selbst eine tiefe Zerrüttung zu den USA in KAuf genommen und ertragen für ihre eigenständige Kriegseinschätzung.
Nun scheint sich endlich, endlich auch in den USA wieder etwas mehr Vernunft durchzusetzen. Das ist aber eben eine Folge dessen, daß die kritischen verbündete der USA, und ich sage nach wie vor auch FREUNDE des USA, sich eben nicht durch Rumsfeld & Co. haben mundtot machen lassen. DAzu kamen eben auch Demonstrationen - weltweit, die von entsprechenden muslimischen Kreisen auch befriedigt registriert wurden.

Aber genau das muslimische Gegenstück fehlt, absolute Stille, keine Demo, keine Presseerklärung - nichts!
Gegen alles kann demonstriert werden, Kopftuch, gegen den türkischen Staat, Pro-PKK-Demos hatten wir zuhauf, UNI-Asten lkonnten prima propalästinensische Demos organisieren, an denen dann auch vieloe Muslime teilgenommen haben (sollen sie! Keine Mißverständnisse!).

Komisch, daß das alles nicht klappt, und sich niemand rührt, wenn es die Teile der westlichen Welt trifft, die auf Krieg und Konfrontation nicht aus sind, sei es nun die UNO, Rotes Kreuz, UNESCO undsofort.

Ralph

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