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Geschrieben von Leena am 17.01.2006, 15:58 Uhrzurück

Re: Nachgedanken wegen der

Ich bin ja selber Beamte, aber nicht Polizist, sondern Finanzbeamte. Als das Finanzamt noch "Rentamt" hieß (ist allerdings schon lange her!), mussten auch Finanzbeamte Uniform tragen, irgendso ein kleidsames dunkelrotes Gewand - ehrlich gesagt, ich bin heilfroh, dass diese Zeiten heute vorbei sind und ich in ganz normaler "bürgerlicher" Kleidung, die ich genauso privat trage, meiner Arbeit nachgehen kann. Übrigens - gewisse "Kleiderschriften" gibt es im öffentlichen Dienst sehr wohl auch in anderen Bereichen als der Polizei. So gibt es bei uns eine Dienstanweisung, wonach Bearbeiterinnen nicht in übermäßig kurzen Röcken/Hosen im Amt erscheinen dürfen, ebenso nicht in Oberteilen, bei denen zuviel "Haut" gezeigt wird, und männliche Beamte dürfen nur an Tagen, an denen das Amt nicht für Publikum geöffnet ist, in kurzen Hosen erscheinen. "Gewisse" Kleidervorschrift gibt es also, und ich persönlich finde nicht, dass weitergehender Regelungsbedarf besteht. (Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden gibt es übrigens auch, so dass niemand an der Information rauchen dürfte.)

Dass bei Polizisten bestimmte Vorschriften hinsichtlich der Ohrring-Länge bestehen, sehe ich ja noch ein, da bei längeren Ohrringen gesteigerte Verletzungsgefahr vorliegt, aber wieso Polizistinnen Ohrstecker tragen dürfen, männliche Beamte aber nicht, sehe ich nicht ein; gilt für Frisuren etc. natürlich ebenso. Ich sehe aber definitiv auch nicht ein, warum derartig strenge Regelungen hinsichtlich des äußeren Erscheinungsbilder für Polizisten gelten sollten, schließlich soll man ihnen "Respekt" entgegenbringen hinsichtlich ihrer dienstlichen Stellung, und nicht wegen ihrer Person als solcher. Und da sehe ich nicht ein, was z.B. gegen Dreitagebart, Piercings etc. sprechen sollte (sofern es keine Cannabis-Blatt-Tattoos, Anarcho-Symbole o.ä. sind). Vielleicht brächten ihnen, je nachdem, an welchem "Brennpunkt" sie eingesetzt sind, manchmal Piercings, Drei-Tage-Bärte o.ä. sogar mehr "Respekt" von ihrer "Kundschaft" ein, als wenn sie "durchschnittsbürger"-konform rumlaufen müssen...

Die Forderung, dass "Menschen, die für den öffentlichen Dienst arbeiten, sich so "schmücken" sollten, daß sie den "Durchschnittspöbel" nicht abschrecken" - die finde ich unangebracht. Schließlich sind selbst Menschen, die für den öffentlichen Dienst arbeiten, Menschen, und sogar Individuen. Und warum sollten Beamte sich nicht "aus der Masse hervorheben", wenn sie das gerne möchten? Sollen alle Beamte nur noch Einheitsfrisuren nach Schema F tragen dürfen und Jacken mit Ärmelschonern? Sollten nicht (wie früher) Jeanshosen als "unpassende Kleidung" wieder generell verboten werden? Grummel... Und manches kann man nun einmal auch nicht vor Dienstbeginn einfach "ablegen", wie z.B. lange Haare oder Drei-Tage-Bärte bei Männern. Aber deswegen allen Menschen bzw., die bei der Polizei (oder gar generell im öffentlichen Dienst) arbeiten wollen, komplett lange Haare, komische Bärte etc. verbieten?!? Geht für meinen Geschmack zu weit... :-(

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