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Geschrieben von marit am 28.12.2003, 17:47 Uhrzurück

Re: @Moneypenny (sorry: meeegalang...)

Hallo Moneypenny,

naja, daß bei Steuerklasse 5 für dich nix mehr übrigbleibt, ist aber kein Argument, denn ihr könnt ja jederzeit wieder in Klasse 4/4 wechseln und schon sieht dein persönliches Konto wieder anders aus, schließlich zahlst du ja die Steuern für deinen Mann mit. Du kannst den Staat ja nicht dafür verurteilen, wie ihr in eurer Familie die Stuerklassen verteilt. Im Übrigen ist das nur ein weiteres Argument dafür, daß man das Ehegattensplitting abschaffen sollte. Ich dachte mir schon, daß du in dieser Richtung antworten würdest, gebe auch zu einiges nicht gewußt zu haben. Dennoch: Natürlich wird Geld immer "mehrfach" versteuert, das leigt eben daran, daß nicht immer neues gedruckt wird, sondern daß es ein Kreislauf ist. Wenn sich über lange Zeit Geld innerhalb einer Familie akkumuliert und diese Mehrfachversteuerung dadurch spürbar wird, zeugt das doch wohl eher davon, daß es dieser Familie sehr gut geht. Sonst müßte man ja auch sagen, es dürfte gar keine Steuer mehr geben, denn der kleine Angestellte, der sein Leben lang sparte um ein nettes Erbe zu hinterlassen wurde bereits besteuert, die Erben, die daraus eine inzwischen florierende Firma gründeten, wurden bereits besteuert und die Angestellten, die aus diesem Geld bezahlt werden, werden ebenfalls besteuert. So isses doch übererall, nur weil bei euch das Geld in der Familie bleibt, seid ihr doch davon nicht ausgenommen. Wenn man etwas über einer gewissen Grenze erbt, hat man kein Recht darauf, es steuerfrei zu bekommen, denn man hat es sich ja nicht selbst erarbeitet. Genausowenig bekommen Waisen die Waisenrenten ihrer verstorbenen Eltern steuerfrei (die haben ja schließlich auch gearbeitet und wurden schon versteuert). Also: auch die Mehrfachbesteurung, die du für das Vermögen reklamierst, gibt es BEREITS bei Arbeitseinkommen. Und in der Regel sind die Sätze da prozentual höher. Übrigens hätten doch auch Unternehmer etwas von geringeren Arbeitskosten.

Außerdem: Wenn du dein Häuschen an deine Kinder vererbst und die Kinder wohnen dann darin, zahlen sie keine Erbschaftsteuern, diese fallen erst an, wenn das Erbe nicht selbst genutzt wird.

Ich erkenne durchaus an, daß ihr durch viel Arbeit zu Geld gekommen seid (wenn du ehrlich bist, schwingt aber schon durch, daß das 'Geld im Hintergrund' das Ganze erleichtert hat, oder?). Aber: Mein Mann und ich haben auch hart gearbeitet, wir haben beide eine akademische Ausbildung, die Selbständigkeit meines Mannes ist aufgrund eines EINZIGEN Flopps gescheitert, der schon mit 20.000 Euro im Hintergrund locker hätte aufgefangen werden können, einen regulären Kredit wollte uns aber keiner geben, weil wir keine Immobilien oder so zur Sicherheit haben)ich arbeite gut 60 Stunden die Woche, mein Mann hat, als sein Unternehmen noch im Aufbau war oft noch länger gearbeitet und gerade mal das rausgeholt, was er reingesteckt hat. Das "ich arbeite viel, also habe ich auch mein Vermögen zu recht" ist in Zeiten wie diesen, wo es inzwischen auch Mehrfachjobber gibt, irgendwie kein so ziehendes Argument mehr.

Fakt ist, wer jetzt schon viel hat, der kann auch für noch schlechtere Zeiten vorsorgen. Aber wer heute noch jede Menge Schulden abzuzahlen hat, d3er kann auch mit gutem Einkommen Kindern kein von finanziellen Sorgen freies Leben mehr bieten, und erst recht nicht groß für die Rente vorsorgen.Insofern stimmt es, was die Zeit vorletzte Woche schrieb: Kinder "leisten" können sich derzeit nur Vermögende und Sozialhilfeempfänger. Mittelstandsfamilien -und inzwischen sogar der sogenannte 'gehobene' Mittelstand haben es da ganz schön schwer. Ich meine dabei nicht, daß man einem Kind jeden Luxus ermöglichen muß; aber allein schon ohne Hilfe von Jugendamt und ohne Erzeihungsgeld eine Ganztagsbetreuung oder auch nur eine FLEXIBLER Halbtagsbetreuung zu organisieren, frißt ja bereits ein halbes Monatseinkommen und DAS liegt nicht zuletzt an den hohen Abgaben.

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