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Geschrieben von yezabel am 26.08.2004, 1:57 Uhrzurück

Re: Mobilität

Hallo,
seit einiger Zeit lese ich hier sehr gern mit, doch jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazugeben.

Ich bekomme naemlich seit vier Jahren mit, was Mobilitaet wirklich bedeutet.
Seitdem pendelt mein Vater fast jede Woche zwischen Nuernberg und Dresden hin und her. Meine Mutter hat sich ihm nach sechs Monaten, als mein Bruder sein ABI geschafft hatte, angeschlossen.

Es wird hier von einigen so einfach hingestellt, dass man einfach alles hinschmeisst, was in der Heimat so da ist und sich einfach ein neues Leben in der Fremde aufbaut.
Doch meine Eltern wollen das nicht, sie haben ein kleines Haus, in dem mein Vater aufgewachsen ist, an dem er rumbastelt, seitdem ich denken kann, sowas kann man einfach nicht so einfach verkaufen. Mal ganz davon abgesehen, dass es hier eh kein Geld fuer solche alten Haeuser gibt.
So fahren sie halt jede Woche oder aller zwei Wochen so vier Stunden hin und wieder zurueck, nur um mal etwas am Haus und im Garten zu machen, und um ihre Enkel zu sehen.
Ich stehe jedesmal 1000 Aengste aus und bin erst beruhigt, wenn sie angekommen sind.
Dann kommt trotzdem noch eine grosse Zukunftsangst bei Beiden dazu, da sie hier lange Zeit arbeitslos waren. Vor allem mein Vater wurde nur verarscht{kann man nicht anders schreiben}. Jetzt ist er zwar auch in einer Zeitarbeitsfirma taetig, arbeitet aber fuer Siemens, da geht wenigstens alles ehrlich zu.
Allerdings war er zwischendurch auch wieder ein halbes Jahr arbeitslos, bevor er was neues gefunden hatte.
Nur meine Mutter hat das grosse Los gezogen, und ist im oeffentlichen Dienst gelandet.
Sie hoffen einfach nur, dass sie es bis zur Rente schaffen, so zu pendeln und haben doch noch mindestens zehn Jahre vor sich.
Klar, sie koennten das Haus verkaufen und ganz umsiedeln, doch sie moechten halt hier alt werden und nicht in der kleinen Wohnung, die sie da haben.
Sie brauchen halt ihr Haus und den Garten, dafuer nehmen sie sogar die doppelten Kosten auf sich.

Ich kann nur sagen, dass ich die beiden bewundere, dass sie quasi noch mal von vorn begonnen haben. Aber dass sie mir auch wahnsinnig leid tun, weil sie einen Grossteil ihrer Zeit und ihres Geldes so verplempern.
Ich bin aber andererseits auch froh, dass sie oft hierher kommen, da so meine beiden Toechter auch was von ihren Grosseltern haben. Die anderen wohnen naemlich in Leipzig.

Viele Gruesse Katrin

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