Aktuelles und Neuigkeiten Aktuelles und Neuigkeiten
Geschrieben von Moneypenny77* am 25.08.2004, 16:39 Uhrzurück

Mobilität

Wir hatten das Thema ja schon vor einigen Wochen... So sehr ich Mobilität von jungen, ungebundenen Menschen und erst recht arbeitslosen, jungen, ungebundenen Menschen fordere, desto mehr denke ich, sollten familiäre Bindungen vor Mobilität schützen! Für viele Menschen ist die Familie ihr allerhöchstes Gut und eine Familie zu zerreißen halte ich für absolut verwerflich! Eine Familie besteht nunmal nicht aus Mutter, Vater, Kind(ern), die im Zweifel mal eben ihr Leben in Kartons packen und hunderte Kilometer von zu Hause entfernt ein neues Leben beginnen können. Was, wenn die Mutter auch einen Job hat? Was, wenn es Großeltern, Freunde, Onkel, Tante... starke emotionale Bindungen eben, gibt? Alle Zelte abbrechen?

"Dann pendelt halt", fordern doch am liebsten die, die in ihrem Leben ihre Heimatstadt nur zum Einkaufen und im Urlaub verlassen haben. Mein Mann ist in unserer Beziehung drei Jahre gependelt, was ohne Kind zwar nicht schön, aber, im Sinne der Karriere, in Ordnung war. Nach Frankfurt ziehen und nicht mehr pendeln? Aus familiären Gründen für uns definitv unmöglich, mal ganz abgesehen davon, daß wir beide als Rheinländer in Hessen eingegangen wären wie Primeln! Heute wegziehen zu müssen wäre für uns, die beide lang von zu Hause weg und froh waren, endlich "Wurzeln" geschlagen zu haben, schon ein kleine Katastrophe. Wochenendfamilie? Super: Papa kommt nur am Wochenende, da würde mein Sohn ja den Briefträger öfter sehen!

Mein Vater pendelt seit 2 Jahren auch 700 km am Wochenende. Nach 27 Jahren Ehe, an denen sich meine Eltern jeden Tag gesehen haben, hieß es: in die Zentrale oder arbeitslos. Mit fast 50 macht man das, wenn man weiß, daß die Chancen auf dem Arbeitsmarkt schlecht stehen würden. Meine Mutter kann nicht mit, da sie ihre kranken Eltern pflegt. Also: freitags um 22 Uhr zu Hause, montags morgens um 4 Uhr los. Am Wochenende dann "schnell" die Freunde "abarbeiten", um die sozialen Kontakte nicht zu verlieren, waschen, um alles am Montag wieder mitnehmen zu können und das wichtigste am Haus machen. "Schnell" das Enkelkind besuchen und wieder los. Schönes Familienleben!

Man muß erlebt haben, was das für eine psychische und letztlich auch physische Belastung ist (fahrt mal mitten in der Nacht nach Hause, weil Eure Frau einen Schlaganfall hatte), das ist kein Job und kein Geld der Welt wert, daß die Familie leidet oder sogar zerbricht.

Beitrag beantworten

Zurück ins Forum

Unten der Beitrag und die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge im Forum Aktuelles und Neuigkeiten