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Geschrieben von fusel am 07.11.2005, 21:39 Uhrzurück

Meines Wissens...

...hat der 61jährige gemeinsam mit einem Freund versucht eine Tonne vor seiner Wohnung zu löschen. Im weiteren Verlauf wurde dem Freund ins Gesicht, der Rentner zu Boden und niedergeschlagen. Er fiel ins Koma und starb Tage später. Beide! Rentner und Freund haben in keinster Weise zur Eskalation beigetragen, sondern fühlten sie sicher da sie sich ja in ihrer Nachbarschaft bewegten.
Außerdem unter den Nichtbeteiligten zu beklagen: ein 14 Monate altes Kind das von einem Stein am Kopf getroffen wurde, und eine gehbehinderte Frau die nicht rechtzeitig aus einem Bus kam, zusätzlich! mit Benzin übergossen wurde und letztendlich durch den Busfahrer gerettet wurde der sie an den Beinen rauszog. Und gestern eben die 2 schwerverletzten Polizisten die mit Schrotgewehren beschossen wurden.
Allerdings: der eigentliche Auslöser der Tod der beiden Jungen hat auch je nach Sender eine andere Message. Einmal wurden sie gejagt, dann nicht, dann sind sie vorsichtshalber geflüchtet, weil die Polizei seit jeher die Jugendlichen piesackt.
Die Polizei hat angeblich eine Moschee in Brand gesetzt (warum eigentlich?!?!) deshalb brennen jetzt Kirchen.
Fazit: Die Nachrichten aus Frankreich als solche haben alle die Qualität von "Stille Post".
Gewalt-Gegenwalt.
Actio-Reactio.
Wer weiß was auf die Schüsse in Richtung der Polizei als nächstes folgt. Ich glaube aber, das die Staatsmacht gegen die Grüppchen nur wenig ausrichten kann. Das Guerillamethoden sind nunmal "effektiver" sind weiß doch jedes Kind. Es gibt das Internet, es gibt Handys. Das funktioniert bei jeglicher Demo, bei Globalisierungsgegnern, Castrodemos. Himmel, selbst die Al Kaida ist von allein drauf gekommen, da braucht es nicht diese lächerliche Behauptung es würde eine überorganisierte Führung dahinter stehen. Und die "Macht" kann da genausowenig gegen anstinken wie Bushkopf mit seinen Militärapparat im Irak gegen die Aufständischen.
So.

Also, ehrlich gesagt hört bei mir Verständnis irgendwann dort auf wo Unbeteiligte zu Schaden kommen. Brennende Autos? Sachschaden, trotzdem ärgerlich wenn man nicht vollversichert ist.
Brennende Schulen und Kindergärten? Dämlich, den damit beschneiden sie ihre eigene Zukunft und die der Jüngeren.
Außerdem werde einige Nachbarn allein dadurch ihren Job verloren haben, weil Läden o.ä. abgefackelt wurden.
Was eine Gehbehinderte und ein Rentner mit der Misere zu tun haben, bleibt auch dahingestellt. Mit guten Willen könnte man den Stein noch als Versehen begreifen, allerdings auch keine Entschuldigung.

Als "stille Revolte" fällt mir spontan der Mauerfall ein (maleja, wie konntest du das vergessen *gg*?). Aber gut hier waren die Bedingungen andere.
Was ich von französischen Ghettos weiß, habe ich (fast) nur aus dem Fernsehen.
Bspw. die Plattenbauten, ungeheuerlich das diese Leute nicht nur in Ghettos sondern gezielt an den Stadtrand abgeschoben wurden. Ich meine deutlicher kann man es wohl nicht machen, das man die Leute nicht sehen, geschweige integrieren will, wenn sie schon örtlich ausgelagert werden.
Wir in Deutschland haben unsere soziale BrennPUNKTE, die Franzosen machen gleich eine große Fläche draus. Dann, genauso wenig wie hier auch teilweise: keine Jugendzentren, keine Beschäftigung und Jobs sowieso nicht. Null Beschäftigung, da hilft auch Sozialhilfe nichts, wie wir hier auch schön sehen können. Schaut man sich die Plattenbaugebiete mal an, ich kenne sie live aus einem Südfrankreichurlaub, mal durchgerauscht mit dem Auto - ja, ich glaube da würde ich auch die Perspektive verlieren.

Ich denke wenn ein 10-14jähriger sieht, das es weder der Vater noch der ältere Bruder oder anderer Verwandte trotz Bemühungen weiterkommen ist denen auch alles scheiß-egal.

Hm.

LG

fusel

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