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Geschrieben von Marit am 18.12.2002, 11:41 Uhrzurück

Re: Marita ich könnte kotzen, wenn ich Deinen Blödsinn lese...

Hallo, melde mich zurück
Nein, ich bin keinesfalls ein "verzogenes Gör" wie du es nennst, sondern 29, und habe noch nie Geld vom Staat bekommen, auch kein Erziehungsgeld.Was ich allerdings wollte, war mal einen anderen Blick auf die "ich hab 40 Jahre geschuftet und jetzt will man mir die Rente kürzen"-Lamenti werfen.
Und zwar weil ich finde, daß man auch dankbar sein kann, wenn man 40 Jahre durchgehend arbeiten "durfte". Denn von den Kündigungen mit Sozialplänen ist nun mal vor allem unsere Generation betroffen und gerade die sehr gut Qualifizierten-und das macht mich dann schon ärgerlich, wenn man dann von den älteren so von oben herab behandelt wird, weil man Schulden hat und noch nicht fürs Alter vorsorgen konnte. Wer von uns heute hat denn noch eine Stelle längerfristig sicher? Ich rede jetzt nicht davon, daß man nach 30 Jahren Arbeit vielleicht mal vorzeitig entlassen wird, sondern davon, daß man noch nicht mal eine Chance bekommt, irgendwo sich einen festen Wohnsitz zuzulegen, wo dann auch der Partner Arbeit findet. Von uns wird Flexibilität und Mobilität erwartet, wir müssen uns alle 3 Jahre in einem neuen Job zurechtfinden und wir werden die sicherheit im Rücken nie haben, die eine eine einigermaßen gut laufende Firma im Rücken bietet (die Banken vergeben nun mal nicht mehr so leicht Existenzgründungskredite wie vor 30 Jahren)oder eine unbefristete Stelle. Ich finde einfach die Rentner sind eine soo große Gruppe, die brauchen unsere Hilfe nicht, um ihre Rechte durchzusetzen; wir sind aber weniger-und wir sollten in dieser Sache doch auch Rechte haben. Ich arbeite auch von morgens bis spät abends, habe keine sichere Rente, keinen sicheren Arbeitsplatz-, habe um meine Ausbildung zu beenden einen Kredit aufnehmen müssen, an dem ich noch 10 Jahre abzahle... und so traurig das für deinen Vater ist: es ging ihm doch auch lange Zeit gut.
Ich weiß ja nicht genau, in welcher Branche dein Vater ist (Speditionsunternehmen?); aber genauso wie ich wenns mir gut geht privat Rücklagen für schlechtere Zeiten machen muß, sollte das natürlich auch ein Unternehmen tun. Und wenn ich beruflich in meiner Branche keinen Fuß mehr auf den Boden bekomme, weil sich die Marktsituation oder die Gesetzeslage geändert haben, dann ist das genauso ein schweres Schicksal, wie wenn mein Betrieb nicht mehr läuft.
Es gibt nun mal keine Garantien darauf, daß alles immer aufwärts geht, auch nicht mit sehr viel Arbeitseinsatz.

Außerdem gehts der Regierung überhaupt nicht darum, daß die Leute bis 75 arbeiten sollen, sondern es geht um 1-2 Jahre länger. Und daß jemand der heute 65 ist, "jünger" ist, als jemand, der vor 20 Jahren so alt war, wird wohl niemand ernsthaft bezwifeln.
Grüße, Marit (nicht Marita)

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