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Geschrieben von marit am 28.12.2004, 12:36 Uhrzurück

Re: Man zieht sich immer den Schuh an, der einem passt.....

Man kann sich als Mutter in Deutschland anscheinend nicht "richtig" verhalten. Entweder man ist eine Rabenmutter, die ihre Kinder vernachlässigt, oder eine bemitleidenswerte "Nur-Hausfrau und Superglucke". Schlimm ist nur, daß diese Vorwürfe nicht vom Himmel fallen, sondern sie kommen in der Regel aus den Mündern anderer FRAUEN. Und das finde ich wirklich schlimm, daß wir uns gegenseitig niedermachen, anstatt solidarisch daruafhinzuarbeiten, daß jede ihr Leben so gestalten kann, wei es sich für sie richtig anfühlt.

Du bist ja auch noch in einer besonderen Prosition durch die Schwierigkeiten einer Tochter. Ehrlich gesagt finde ich es eine Zumutung, daß du dich darum alleine kümmern mußt. Eigentlich sollte eine solche Betreuung für Problemfälle mit entsprechender Therapie vom Kindergarten aus angeboten werden. Ich hatte mal ein ähnliches Problem, und zwar mußte ich zu regelmäßigen Gesprächsterminen ins Jugendamt und zu einer Erziehungsberatung (wegen unseres Pflegekindes) und es war schlicht nicht möglich einen Termin außerhalb der Zeit von 9-16 Uhr zu bekommen, genau der Zeit, in der auch ICH arbeiten muß. Nur weil sowohl meine Arbeitgeber ALS AUCH die meines Mannes extrem kulant waren und uns das nacharbeiten ließen, war es überhaupt möglich, diese Termine wahrzunehmen. Ich stoße eben als Berufstätige überall an die Grenzen, daß das Leben hier nicht auf Berufstätigkeit beider Eltern eingerichtet ist und fühle mich oft davon überfordert.

Ich kenne es aber auch noch gut, daß einem der schlichte Haushalt über den Kopf wachsen kann. Oft ist es aber auch eine Frage der Gewichtung. Wenn man die ganze Zeit zu hause ist, regt einen auch jedes ungespülte Geschirrstück, was herumsteht auf. Kommt man erst am späten Nachmittag nach hause, wird eben eine halbe Stunde grob "klar Schiff" gemacht und gut is...

Jeder ist immer auf das Leben der anderen neidisch und idealisiert deren leben. Ich beneide Menschen, die einen "richtigen" Feierabend haben und nicht dauernd an die Arbeit denken müssen. Die wiederum beneiden Menschen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Ich wäre ab und an gern den ganzen Tag zu hause, und stelle es mir herrlich vor, mitten am Tag spazierenzugehen, oder auch DANN Einkaufen zu gehen, wenn nicht gerade rush-hour ist und die Kassenschlangen lang sind, oder gemächlich vor dem Fernseher etwas Bügelwäsche wegzuarbeiten. Aber andererseits würde ich auch verrückt werden, wenn niemand bemerkte, was ich am Tag alles geleistet habe. Vielleicht sollte jeder von uns wirklich mal im Laufe seines Lebens in die Haut anderer schlüpfen.
Wenn dein Mann statt dir zu hause bleiben will, dann laß ihn doch 2 Wochen Urlaub nehmen und deine Rolle übernehmen, während du in dieser Zeit ein paar Übersetzungen oder Fotoaufträge mehr annimmst.

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