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Geschrieben von ibag am 31.10.2005, 15:49 Uhrzurück

Re: Mal was Anderes: Münte schmeißt hin

SPD-Chef Müntefering schmeißt hin!

Was für eine Überraschung! Was für eine schallende Ohrfeige für SPD-Chef Franz Müntefering (65)!
Die Parteilinke Andrea Nahles soll neue SPD-Generalsekretärin werden. Die 35jährige setzte sich am Mittag bei einer Kampfabstimmung im SPD-Vorstand mit 23 zu 14 Stimmen überraschend gegen Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel (43) durch.

Müntefering hatte seinen Vertrauten Wasserhövel vorgeschlagen. Daß es die ungewollte Nahles ist, die jetzt wahrscheinlich in zwei Wochen auf dem SPD-Bundesparteitag in Karlsruhe gewählt wird, ist eine bittere Schlappe und eine Riesen-Schwächung für Münte.

Die spontane Reaktion des Parteivorsitzenden: Müntefering kündigte an, nicht mehr zu kandidieren! Die SPD braucht einen neuen Chef!

Hintergrund: Nahles hatte in den vergangenen Monaten immer wieder die Reformen der Regierung Schröder kritisiert. Müntefering hatte den scheidenden Kanzler stets gestützt. Die künftige Koalition will und muß viele Reformen beschließen. Nahles ist da bei der Organisation der Partei ein Riesen-Unsicherheitsfaktor.

Das Votum des Vorstands und Münteferings Verzicht – es bringt die SPD in dieser wichtigen Phase der Koalitions-Verhandlungen ins Wanken.

Was für ein Erdbeben!

Daß der Vorstand den Wunsch-Kandidaten des Chefs verweigerte, ist bisher einmalig und ein Riesen-Affront!

Und Wasserhövel? Er ist bei seiner ersten Kandidatur für ein wichtiges Amt kläglich gescheitert. Blieb er den Vorstands-Mitrgliedern zu blaß?

In der ersten Reihe sah man ihn bislang kaum. Jahrelang stand er bei SPD-Veranstaltungen im dunklen Anzug unauffällig meist hinten im Saal und lauschte den Reden von Parteigrößen. Er galt nicht gerade als Prototyp für das Rampenlicht – eher schon als „graue Eminenz“ hinter Franz Müntefering, für den er die Strippen zog.

Die energische und wortgewaltige Nahles ist ein ganz anderes Kaliber!

Noch-Kanzler Schröder hatte noch am Mittag davor gewarnt, den Parteivorsitzenden Franz Müntefering zu beschädigen. Es müsse alles getan werden, um die Autorität Münteferings zu stärken, sagte Schröder am Montag im SPD-Vorstand. Er stellte sich damit klar hinter den Vorschlag Münteferings, seinen Vertrauten Kajo Wasserhövel zum neuen Generalsekretär zu wählen.

Der Vorstand hat nicht auf ihn gehört – die SPD liegt in Scherben. Bitter, bitter, Münte!

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