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Geschrieben von marit am 28.10.2003, 12:57 Uhrzurück

liegt vielleicht ein wenig in der Natur der Sache

...gegen einen Krieg kann man demonstrieren in der hoffnung, daß die Demo zum abbruch des Krieges beiträgt. Gegen eine Gesetzesnovelle kann man protestieren, in der Hoffnung, daß sie doch nicht beschlossen oder wieder revidiert wird.
Aber wie soll man sich zu einem Terrorakt verhalten. Darüber kann man trauern, aber eine nachträgliche Demo macht ja niemand wieder lebendig.

Wenn in unserem Land Menschen einem anschlag zum Opfer fallen (egal, welcher Nationalität sie sind), dann gibt es natürlich Lichterketten oder eine Trauerprozession. Aber warum soll es die bei uns geben, wenn in einem fremden Land Menschen anderer Nationalität ermordet werden, in einer Anzahl, wie es an mehreren Konfliktherden der Welt eigentlich stündlich geschieht. Das ist einfach zu weit weg für uns. Wenn in Texas ein Bus mit 50 Insassen verbrennt, kommt das zwar auch in den Nachrichten und man ist einen Moment betroffen, trifft sich aber sicher nicht anschließend zum Trauergottesdienst. ebenso versammeln wir uns nicht täglich für die jeweils an einem Tag ermordeten Palästinenser. Wir würden aber (das hat die Vergangenheit ja bereits gezeigt) immer etwas tun, wenn viel mehr Menschen betroffen sind. Anscheinend gibt es da schon so eine Art numerische Schallgrenze, von der ich aber nicht weiß, wo sie liegt.

Vielleicht macht ja gerade dieser psychologische Mechanismus die Perfidie von Terrorakten aus. Daraus aber grundsätzlich zu folgern, daß man der einen Gruppierung gegenüber toleranter ist als der anderen würde ich nicht sagen.

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