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Geschrieben von JoVi66 am 01.02.2006, 12:04 Uhrzurück

Krankenhausärzte und Organspenden!

Ich habe unten schon geschrieben, dass ich ein Jahr auf einer Transplantationsstation in MUC gearbeitet habe. und auch Assistentin im Transplantationsteam war. Das Problem liegt nicht bei den Transplantierenden Zentren, wir habne die Angehörigen jedesmal befragt, sofern kein Ausweis ( und auch mit vorliegendem Ausweis ist dies Pflicht) ob die Organe eines Verstorbenen ihrerseits freigegeben werden.
Zu 70 % haben nach Zureden die Angehörigen zugestimmt.
Ich habe aber auch ein Jahr in einem kleineren Haus gearbeitet, da wäre es keinem der Ärzte eingefallen, auch nur zu fragen. Denn: Mehrarbeit ohne Ende. Am Schluss habe ich sogar soetwas wie eine ´Abmahnung´ meines damaligen Chefarztes bekommen. Hab dann lang mit ihm über das Problem diskutiert, das wir damals in MUC die Transplantierten betreuten und am Ende des Gespräches kam raus: Prinzipiell fand er meinen Einsatz gut, wiegelte mich aber ab mit den Worten: " Sie müssen schon verstehen, wir sind ein kleines Haus, und haben eh schon zuwenig Ärzte, außerdem sind wir nicht vorbereitet für eine Organentnahme, zu wenig OP Säle zu wenig Schwestern bla, bla...... .
Die Leute werden einfach nicht gefragt und das wird auch noch ewig so bleiben, wenn nicht von oben etwas passiert und dies auch kontroliert wird, den so ein Gespräch mit den Verwandten eines eben Verstorbenen müsste schon fast ein Psychologe führen und kein gestresster, überarbeiteter Arzt einer kleinen Station, den der dirigiert das Gespräch unweigerlich in die Richtung, möglichst wenig Arbeit für sein Team,also: keine Freigabe.
Denn es ist wirklich sehr zeitaufwendig. In dem Jahr, in dem ich dort arbeitete, war ich in meinem Urlaub immer noch im Transplantationsteam , da ich in der Uni ja im Labor weiterarbeitete. Deshalb konnte ich in einem Jahr nicht mehr als sage und schreibe drei Familien, junger Verkehrsunfallopfer den Sohn/ die Tochter freizugeben, dafür wurde ich von allen, vor allem von den Schwestern regelrecht boykottiert.
Es gehört ein Gesetz her, in dem die Fragen andersrum gestellt werden müssen. Nur bei einer eindeutigen Verweigerung, solltre der Familie nachgegeben werden, nicht erst lang sich abzumühen, sie von ihrer ´edlen Tat´ zu überzeugen.
Gruß Johanna

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