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Geschrieben von towanda* am 22.08.2004, 13:26 Uhrzurück

Re: Korrektur...

Nein, von einem 400 Euro-Job müssen sie fast alles wieder abgeben.

"Bekommt ein Arbeitsloser auch dann noch ALG II, wenn er sich etwas hinzuverdient?

Ja, allerdings nur solange er bedürftig ist. Dazu wird das Einkommen desjenigen, der sich etwas hinzuverdient, mit dem ALG II verrechnet.

Allerdings gibt es hierfür Freibeträge. 15 Prozent des Einkommens bis zu 400 Euro bleiben anrechnungsfrei. Für den Teil des Einkommens zwischen 400 und 900 Euro bleiben weitere 30 Prozent anrechnungsfrei, und noch einmal 15 Prozent für den Teil des Einkommens zwischen 900 und 1500 Euro werden nicht mit dem ALG verrechnet.

Wer also einen Minijob hat und sich 400 Euro hinzuverdient, darf davon 15 Prozent anrechnungsfrei behalten, das sind 60 Euro. Wer 1000 Euro verdient, behält 225 Euro. Wer arbeitet und mehr verdient als er im Sinne des ALG II braucht, fällt aus der Förderung heraus."

Mit anderen Worten - wenn einer für 40 Stunden in der Woche einen Ein-Euro-Job macht, darf er davon ca. 24 Euro behalten. Das muss man nicht weiter kommentieren, denke ich.

Nur in einer Gesellschaft, die (noch!)Vollbeschäftigung hat, ist es machbar, die Finanzierung der Arbeitslosen mit dem Erwerbslohn zu verknüpfen. In einer Gesellschaft, in der das nicht der Fall ist (und vermutlich auch nie wieder auch nur annähernd der Fall sein wird!) KANN das nur schiefgehen. Soziale Verantwortung aller für die Gesellschaft in und von der sie leben hiesse dann, die Sicherung der sozialen Systeme auch an andere Verdienstquellen zu koppeln.

Ich wünsche mir nichts mehr, als dass die Optimisten in diesem Forum Recht behielten und es auf diesem Weg tatsächlich mehr Arbeistplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt gibt, von denen die Leute auch wirklich leben und nicht nur existieren können.

Wenn man den Leuten der verschiedenen Wirtschaftsinsitute aber zuhört, dann wird genau das nicht der Fall sein. es wird ein Lohndumping geben, die Kosten werden natürlich nicht entsprechend fallen und es werden viele mehrere Jobs machen müssen, um sich und ihre Familien über Wasser zu halten. Wer das "nicht so schlimm" findet, dem empfehle ich das Buch "Amerika ganz unten" von Barbara Ehrenreich.

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