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Geschrieben von marit am 06.10.2004, 13:55 Uhrzurück

Re: Können, wollen, müssen

Kinder "sind" arm, wenn man die Haushaltseinkommen auf die im Haushalt lebenden Personen umrechnet. Außerdem habe ich gar nicht gesagt, daß Kinder gar nicht arm machen (gerade für Mittelstandsfamilien, die ein Einkommen aufgeben, ist das definitiv so), sondern nur, daß diese Statistik das Phänomen "niedrige Geburtenquote in Akademikerhaushalten bzw. Kinderreichtum in ohnehin schon relativ "armen" Familien nicht berücksichtigt. Und DAS verzerrt eben die Statistik. Viele Akademikerhaushalte scheuen ja nicht deshalb vor der Entscheidung für ein Kind länger zurück, weil sie Angst vor Armut haben, sondern weil die berufliche Situation viel länger im Ungewissen ist, weil es Probleme mit Arbeitsplätzen am selben Ort gibt, und weil eine elternzeit sich stärker auf die Karrierechancen auswirkt, als in anderen Berufen. Die eine Frau macht mit 20 gerade ihr Abi und will studieren, die andere hat mit 20 ihre Lehre abgeschlossen, steht gerade eh beruflich in Warteschleife und entscheidet sich dann eben für ein Kind. Der eine hat mit 32 noch ein Jahr Auslandsstipendium vor sich (und will natürlich nicht gerade dann ein Kind in die Welt setzen), der andere hat steigt gerade in die Werkstatt seines Vaters ein und wohnt schon seit 10 Jahren am selben Ort. Ist doch klar, daß da die Prioritäten für oder gegen (jetzt schon) Kinder verschieden sind. Das führt aber nun einmal dazu, daß Kinder statistisch öfter in Familien unterer Einkommensgruppen geboren werden - was aber eben NICHT heißt, daß die Tatsache, DASS Kinder geboren werden für das niedrigere Einkommen der Eltern verantwortlich ist.

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