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Geschrieben von marit am 05.10.2004, 12:15 Uhrzurück

Re: Kinder sind teurer, viel teurer! :-)

Letzlich hängt aber sehr viel vom Lebensstil und Lebensstandard der Eltern ab. Klar, wenn man noch dazurechnet, daß ein Elternteil zeitweise ausfällt und auch danach den Anschluß an den Arbeitsmarkt (zumindest an das vorherige Beschäftigungsniveau) verliert, dann können das ja alleine schon um die 1000 Euro im Monat sein. Andererseits wird zu dieser Form der Lebensführung ja auch niemand gezwungen - bzw. müßte man hier auch gegenrechnen, was davon z.B. durch Ehegattensplitting, Familienkrankenversicherung etc. wieder reinkommt. Wenn man nämlich nur ein Jahr Berufsausfall und danach noch 2 Jahre Kita-Betreuungskosten rechnet, fällt die Bilanz schon weit geringer aus.

Wir haben jetzt einen ziemlich direkten Vergleich, weil wir ja quasi über Nacht (Plege-) Eltern wurden, aber nichts an unserer beruflichen Situation geändert haben. Bei uns beläuft sich das ungefähr auf 450 Euro im Monat (wovon 200 auf den Hort fallen, der aber bald nicht mehr nötig sein wird, da sind dann aber auch schon Klavierstunden mit drin: wenn das wegfällt, fallen aber vermutlich schon wieder teure Klassenfahrten an oder wir müssen wohl doch noch in eine größere Wohnung ziehen). Ca 100 Euro gehen mehr als zuvor für Lebensmittel drauf (wobei auch wir Erwachsnenen uns jetzt gesünder ernähren als vorher), nochmal 150 für Taschengeld, Klamotten, Schulsachen und Spielzeug. Ein zweites Kind wäre für unsere Lebenssituation nicht billiger, denn damit müßten wir dann doch auf alle Fälle umziehen oder brauchten auch ein Auto. Nach Kindergeld "kostet" uns Louise nun also netto 300 Euro. Natürlich sorgen wir auch finanziell für sie vor - das sehe ich aber eher als Vorschuß auf Zahlungen in der Zukunft, die sonst eh anfallen würden.

Den Vorschlag, innerhalb der Familie das Budget offenzulegen finde ich klasse. Geld ist in unserer Gesellschaft ein viel zu großes Tabu - ich wußte als Kind nie, wieviel mein Vater verdient und fand es ungerecht, daß er sich wegen meiner Telefonrechnung aufregte, während er selbst alle 3 Jahre in neues Auto kaufte. Außerdem kommt man, wenn man Eltern wird auch in so einen merkwürdigen Konsumzwang: plötzlich will man , daß das Kind einen besseren Lebensstandard hat, als man selbst, kauft merkwürdige Joghurts und findet 5 Hosen im Kleiderschrank zu wenig, obwohl man selbst gerade nicht mehr in Gebrauch hat, man denkt, es müßten plötzlich "Hausschuhe" her, obwohl man selbst immer barfuß in der Wohnung herumläuft etc...Da muß man sich schon auch mal fragen, ob "Kinder" einfach so viel kosten, oder ob man neuerdings einfach etwas durchgeknallt ist.

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