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Geschrieben von titu am 16.10.2005, 17:03 Uhrzurück

Jovi -Buch tip DIE HEXE VON PARIS

Die Hexe von Paris,

ist ein *normaler* Roman, allerdings mit echten infos und Historischem Hintergrund der damaligen zeit,
da es um eine DER berühmtesten Hexen ging.
Hab ich schon paarmal gelesen und ist total klasse um sich im ganzen Thema hexen/verbrennungen/damalige achen eben reinzuschnuppern OHNE erfundenem kram...
man muss halt romane dieser art mögen, ist ne art biografie.

Unten die beschreibung:
Authentisch, ungewöhnlich und sehr zu empfehlen, 2. Juni 2003
Rezensentin/Rezensent: Claudia Arnold (Mehr über mich) aus Balzheim Deutschland
Die britische Anthropologin Raey Tannahill schreibt in ihrem Buch "Fleisch und Blut" über Catherine Montvoisin, von allen Frauen, die jemals als Hexen hingerichtet worden sind, sei sie diejenige, welche noch am ehesten eine Hexe gewesen ist und deren Hinrichtung gerechtfertigt gewesen sei. Diese historische Figur ist der Dreh- und Angelpunkt des Romans, der in Paris und am Hofe des Sonnenkönigs spielt. "La Montvoisin" errichtet und betreibt ein ganz Paris umspannendes Netz von Händlerinnen und Hexen. Neben Wahrsagerei, Liebeszauber und ähnlichem werden dabei auch ganz handfest mit Abtreibung, Erpressung, Giftmord und - als Krönung - mit schwarzen Messen Geschäfte gemacht.

Die Erzählerin des Buches, die fünfzehnjährige Genevieve Pasquier, humanistisch gebildet, aber durch einen Klumpfuß verunstaltet, wird von ihrer Familie verstoßen. La Montvoisin nimmt sie auf, denn schon vor Jahren hat sie bemerkt, dass die junge Zynikerin, die selber nicht an übernatürliche Erscheinungen glaubt, die Gabe des Wasserlesens besitzt.

Genevieve wird bis zur Unkenntlichkeit "umgestylt" und zur gesuchtesten Wahrsagerin von Paris. So kommt sie auch an den Hof des Sonnenkönigs. Bekanntlich war schon ohne Zauberei der Hof von Ludwig XIV ein gefährlicher Ort, an dem für ein wenig Einfluss und Stellung ziemlich hemmungslos gemordet und denunziert worden ist. So geht das, was so günstig für Genevieve begonnen hat, bald gründlich schief. Der Hexenring wird - auch das eine historische Tatsache - zerschlagen und hunderte von "Hexen" verbrannt. Was vorher geschieht, reicht vom unerwünschten Heiratsanrtrag eines widerlichen Satanisten über einen Wahrsagerwettbewerb bis hin zur Präparation ihres Onkels, der sie einmal vergewaltigt hatte, als Skelett zum Aufstellen.

Das Buch ist stilistisch ein wenig anders als die Bücher mit Margaret von Ashbury ("Die Stimme" etc.), aber unverkennbar ein Merkle-Riley. Die gründliche und exakte Recherchearbeit ist dem Buch anzumerken, die historischen Daten sind korrekt, trotzdem ist das Buch nicht trocken, sondern faszinierend und spannend. Die etwas abrupte Erzählweise und die häufigen Sprünge von Ort und Zeit haben mich vielleicht ein wenig gestört, aber wirklich nur ein wenig. Ein Buch zum Immer-wieder-Lesen. --Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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