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Geschrieben von Murmeline am 17.08.2005, 12:58 Uhrzurück

Re: Ist arm unmündig ?

Ich habe auch eine Freundin, die wie ich in den 60er Jahren geboren wurde. Sie wuchs mit 5 Geschwistern auf. Der Vater war ungelernter Arbeiter, die Mutter ging putzen und Zeitungen austragen. Die Familie fuhr weder in Uurlaub, noch hatten die Eltern ein Auto. Sie achteten aber strengstens darauf, dass ihre Kinder viel für die Schule taten. Das hat gewirkt: ein Sohn hat studiert, ist Leiter eines Jugendheims. Der andere Sohn ist Handwerksmeister. Die Töchter wurden Krankenschwester, Ökotrophologin und Kauffrau. Alle haben Familien gegründet und sind berufstätig (teilweise mit Pausen wegen Kindererziehung). Keiner bezieht bzw. bezog Sozialhilfe oder ALG.

Insoweit hast Du Recht, Schwoba. Aber das waren damals andere Zeiten. Viele Familien waren materiell nicht reich, aber hatten bestimmte charakterliche Wertvorstellungen. Vielen war klar, dass sie nur durch Lernen und Arbeiten ihre Lebensbedingungen verbessern konnten. Das hat sich heute teilweise geändert.
Ein früherer Nachbar von mir war in den 40er Jahren geboren. Er gehörte zur "Chefetage" unserer Sparkasse und ich dachte, er hätte etwas dementsprechendes studiert. Aber er erzählte mir eines Tages, dass er ursprünglich "nur" Kaufmannsgehilfe war und sich trotz 4 (!) Kindern und pflegebedürftiger Mutter im Haus im Abendstudium weitergebildet und dadurch hochgearbeitet hatte.

Solche Lebensläufe/Schicksale gibt es in der Generation unserer Eltern viele. Damals hatten Begriffe wie Fleiß und Arbeit aber einen anderen Stellenwert als heute leider teilweise. Was konnte ich schon für Unterhaltungen von Sozialhilfeempfängern in unserem Rathausflur mitanhören!

LG Murmeline

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