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Geschrieben von JoVi66 am 12.05.2003, 14:19 Uhrzurück

Re: Ich glaube, wir reden aneinander vorbei...was ich sagen wollte ist....

Ich glaube wir reden aneinander vorbei:
Was ich mit dem link sagen wollte ist folgendes:


Den NATO-Staaten, allen voran den USA, ging es damals vor allem darum, die Ausweitung des Einflussbereichs der Sowjetunion zu verhindern. Deshalb wurden die Mudschaheddin massiv militärisch, finanziell und logistisch unterstützt und in die Lage versetzt, den begonnenen militärischen Kampf gegen die DVPA-Regierung ausweiten. In dieser Situation marschierte 1979 die sowjetische Armee zur Unterstützung der DVPA-Regierung ein.

Unter Ausgrenzung aller anderen Gesichtspunkte wurde die Diskussion über Afghanistan nun auf die Interventionspolitik der Sowjetunion und das Selbstbestimmungsrecht des Volkes eingeengt. Auch die Mehrheit der Linken ließ außer Acht, dass das Volk keine homogene Masse ist, sondern je nach Klasse und Geschlecht unterschiedliche Interessen hat. Mit seiner Reduzierung auf das Selbstbestimmungsrecht des Volkes wurde der Befreiungsbegriff von den realen Existenzbedingungen, wie dem Recht auf Wohnung und ausreichende Ernährung, Bildung und medizinische Versorgung oder dem Recht von Frauen auf Gleichberechtigung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, losgelöst. Die Frage, was ein Sieg der Islamisten für die Frauen Afghanistans bedeuten würde, wurde nicht einmal gestellt.
Und das ist auch der springende Punkt heute im Irak: Ich merke nicht stark das die so viel gepriesene demokratische Einstellung der Amerikaner sich auch auf die 2. Hälfte des "Demos" des Volkes nämlich die Frauen konzentriert. Die USA haben mit ihrer Intervention im Irak einen Boden für eine stark fundamentalistische Gesellschaft geschaffen indem sie den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben haben. Den die Geschichte Afghanistans zeigt ja auch weiter:

............"Nach dem Abzug der sowjetischen Truppen im Februar 1989 konnte sich die Regierung unter Nadjibullah nur noch bis April 1992 halten. Im April 1992 übernahmen die Islamisten die Macht.
Damit begann ein neues Kapitel der Frauenunterdrückung in Afghanistan....


Das Patriarchat schlägt zurück.
Als erstes hoben die Islamisten nach ihrer Machtübernahme die fortschrittlichen Frauengesetze auf. Der Gleichheitsgrundsatz wurde gestrichen, ebenso das Recht auf Bildung und Arbeit für Frauen. Unverzüglich wurden die Frauen aus dem öffentlichen Dienst entfernt. Allein in Kabul stellten sie 40 Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Ab sofort durften sich Frauen auch nur noch mit bedecktem Kopf und weiter Kleidung in der Öffentlichkeit zeigen. Die Kleiderordnung wurde ggf. mit Gewalt durchgesetzt. Angriffsziel der Islamisten waren vor allem berufstätige Frauen und solche mit höherer Bildung. In der Hauptstadt Kabul gab es aber auch viele Frauen, die sich politisch betätigten.

Die DVPA und ihre Frauenorganisation waren für viele ein Hoffnungsträger im Kampf um die Verbesserung ihrer politischen und sozialen Lage gewesen. Die Mitglieder der Frauenorganisation der DVPA wurden nun doppelt verfolgt: wegen ihrer sozialistischen Grundhaltung, aber besonders wegen ihres Einsatzes fuer die Emanzipation der Frauen. Die Verbindung von beidem wurde zu einer tödlichen Mischung. Tausende von Frauen und Mädchen wurden getötet, vergewaltigt, und verschleppt.


Die Fatwah hat den Anspruch, den Alltag aller Frauen in Afghanistan zu reglementieren: "Von den Verantwortlichen in Staat und Regierung wird entschieden gefordert, daß sämtliche göttlichen Gebote, besonders das Gebot der Verschleierung der Frau, unverzüglich zu verwirklichen sind, die Frauen aus den Büros zu entfernen, und Schulen für Frauen - in Wirklichkeit Zentren des Ehebruchs und der Prostitution - zu schließen sind."
(Aus der Fatwah, abgedruckt in "ai", Afghanistan-Info/ Pressespiegel, Juli 1994 und Oktober 1995.)

Frauen, die sich vermeintlich nicht an die Vorschriften halten, werden als "vogelfrei" erklärt. Jeder Gläubige, der meint, eine Frau verstoße z.B. gegen Kleidervorschriften, hat völlig freie Hand, sie zu züchtigen bis zum Tod.

Und dem ganzen setzen die "westlichen Regierungen" noch eines drauf:

Die Bundesregierung findet die Entwicklung der Lage der Frauen in Afghanistan zwar erschreckend, verfolgten Frauen wird jedoch jeder asylrechtliche Schutz verweigert mit folgenden Begründungen :
...... "der muslemischen Kultur und damit eine Abkehr von westlichen Verhaltensmustern beschlossen. Ein solches Vorgehen kann naturgemäss nicht ohne Unterdrückung und Gewaltanwendung gelingen. Daraus jedoch eine Verfolgung ... abzuleiten wäre verfehlt, da all diese Maßnahmen ... die Allgemeinheit betreffen. Mag es auch zu Härtefaellen kommen, so darf doch nicht übersehen werden, daß ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung nach diesen Verhaltensmustern lebt.".... Ich frage mich wirklich was das mit muslimischer Kultur zu tun hat wie die Regierung das so "wunderschön" zu formulieren weiß.

Nach dem Motto: "Andere Länder, andere Sitten" liegt also nach dieser Auffassung des Bundesamtes eine asylrelevante Verfolgung von Frauen in Afghanistan nicht vor.
Wie witzig.
Zurück zum Irak:
Als Resumee haben die Vereinigten Staaten letztendlich (wegen Erdgas und Erdöl, unterstützt von den amerikanischen Ölgesellschaften) eine Schleife losgetreten die im Taliban Regime und totaler Unterdrückung gipfelte. So , jetzt ist Saddam der Unterdrücker also weg, genau wie die UdSSR damals ( als Unterdrücker und Kriegstreiber in den 80 gern ) aus der Region um A. eliminiert wurde ( bitte komme jetzt keiner und unterstellt, ich hieße das russische Vorgehen gut!) und jetzt haben wieder andere zum Teil sehr radikale Elemente gestärkten Einfluß nicht zuletzt gestärkt durch die US-Politik die sich als Kontrareaktion keine der irakischen Einflussgruppen gefallen lassen wird und zu noch mehr Radikalität aufrufen wird!
Armes Amerika : "Die Götter die du riefst........."
JoVi

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