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Geschrieben von Strudelteigteilchen am 28.06.2011, 19:38 Uhrzurück

Ich bin froh, daß die Patin von KindGroß durchgehalten hat

Das Kind ist 12 - schickste Pubertät. Das ist genau die Phase, wo Mamas Ermahnungen nichts mehr fruchten und die eigene Erkenntnis über Anstand und Benehmen noch nicht im Hirn angekommen ist.

KindGroß ist inzwischen 15 und ich freue mich sehr darüber, wie selbstständig sie das Bedanken und Kommunizieren mit ihrer Patin - die auch schlappe 300 km entfernt wohnt, wobei es auch schon mehr waren - inzwischen übernimmt. So zwischen 11 und 13 hat das genau gar nicht geklappt, und es war mir streckenweise sehr peinlich. Ich habe dann öfter mal bei der Patin (meiner Freundin) angerufen und ihr erzählt, daß KindGroß sich durchaus sehr gefreut hat, ich mich aber für den fehlenden Dankesanruf entschuldigen muß.

Das gleiche Drama hatten wir übrigens mit den Großeltern. Meine Mutter hat sich ständig bei mir darüber beschwert, daß KindGroß sich nie bedanken würde, und daß das Schenken so keinen Spaß macht. Ich habe das an KindGroß weitergegeben - ohne größere Auswirkungen.

Aber seit etwa einem halben Jahr staune ich selber: Es klappt. Offensichtlich ist doch was hängengeblieben von meiner Erziehung. KindGroß ruft ohne Ermahnungen bei der Patin an, schickt Karten an die Großeltern, mailt einer entfernten Bekannten, die ihr zur Firmung ein paar Euro zugesteckt hat, Photos und ein Dankeschön zu - ich bin platt.

Ich hätte es meiner Freundin nicht übel genommen, wenn sie während der pubertären Schweigephase den Kontakt abgebrochen hätte. Aber ich freue mich sehr, daß sie es nicht getan hat. Hat sie es KindGroß so doch ermöglicht, die Beziehung auf eine neue, eigenständige und "erwachsene" Basis zu stellen.

Wobei ich mich erinnere, daß ich solche Phasen mit meiner Patin auch hatte - und auch ich bin ihr heute dankbar, daß sie durchgehalten hat. Sie ist inzwischen über 80 Jahre alt. Unsere Beziehung hat sich immer wieder verändert. Heute helfe ich ihr mit meinen Kindern bei der Gartenarbeit und lasse sie an unserem Leben teilhaben, weil es sie von ihrer Krankheit ablenkt. Eine neue Phase, die erst vor einem halben Jahr begonnen hat - und die auch schön ist, auch wenn ich mich noch dran gewöhnen muß.

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