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Geschrieben von saulute am 06.01.2006, 2:18 Uhrzurück

Ich bin es satt, ein Mensch zweiter Klasse zu sein!

Ich könnte mich so aufregen!
Ich will nicht von Ausländerfeindlichkeit reden, aber ich ich merke seit Jahren so feine Unterschiede! Genau, ganz feine Unterschiede. Es ist ist den meisten hier niemandem verborgen geblieben, dass ich aus Litauen kommen, aus dem berüchtigten wilden Osten.
Mein Deutsch ist zwar gesellschaftsfähig, nichts desto trotz habe ich einen Akzent.
Ich bin immer normalerweise gepflegt und gut angezogen.
Wenn ich einkaufen gehe, kommen die Verkäuferinnen auf mich lächelnd zu, und dann wenn sie mich sprechen hören (so schlimm ist mein Akzent auch nicht) verschwindet das Lächeln sofort und sie versuchen mich nur einfach artgerecht zu bedienen. Versuche ich jedoch eine Verkäuferin in ein Gespräch zu verwickeln, kommt nur ein müdes Lächeln.
Wenn ich in der Metzgerei einkaufe, und die Wurstsorte nicht auf Anhieb auf ihren deutschen Namen benennen kann, die ich haben will, und dann auch noch mit Akzent, kommt dieses ungeduldige Gesichtsausdruck, ja ja, Ausländer, weiß nicht, wie unsere gute deutsche Wurst heißt.
Was mich aber am meisten ärgert: mein Mann ist Engländer. Wir kaufen seit kurzem in Hit ein, ist ein großer Supermarkt. Sein deutsches Vokabular besteht aus 100 Wörtern und wenn er Deutsch spricht, denkt man,er spricht esperanto oder türkisch. Nichts desto trotz, mittlerweiler jede Verkäuferin spricht ihn Englisch an und fragt ganz entzückt, was er haben möchte. *aaargh*
Ich kann mich erinnern, als ich einen litauischen Freund hatte und er nur englisch sprechen konnte, kein duetscher hat mit ihm Englisch gesprochen, sondern es hieß, er muß Deutsch lernen. Mein Mann versucht überall Deutsch zu reden, weil er die sprache lernen möchte, jeder Deutsche verfällt sofort mit ihm ins Englisch.
Ich geb es auf. Ich ziehe echt besser nach England, da schockiert es einen wenigstens nicht, wenn einer mit Akzent Englisch redet.
Neulich ein Beispiel: zwei alte Omas sehen meine Tochter und sprechen mich an, ich antworte. Und dann abrupt die Konversation abgebrochen, und ich weiß wie geschwätzig die Omas sind, besonders, wenn es um kleine Kinder geht.
Obwohl es in deutschland ofiziell keine Ausländerfeindlichkeit toleriert wird und ich als Ausländer eine gewisse Ausländerfeindlichkeit sehr gut nachvollziehen kann, fühle ich mich manchmal schon als Mensch, der nicht ernst zu nehmen ist.
Ich weiß, es wird sich noch stark ändern und ichb habe nichts zu jammern.

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