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Geschrieben von Moneypenny77* am 27.08.2004, 10:47 Uhrzurück

Re: IWF und Lohnnebenkosten

Nun wollen wir aber doch mal die Kirche im Dorf lassen... Unter "Ausbeutung" verstehe ich was anderes, denn wenn sich einer nicht beschweren kann, dann der deutsche Arbeitnehmer: Kündigungsschutz, Mutterschutz, Mutterschutzgeld, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Elternzeit, Arbeitschutz, Betriebsverfassung und die höchste Anzahl an Urlaubs- und Feiertagen... Und das ganze bei einer durschnittlichen Wochenarbeitszeit von 38 Stunden. Gleichzeitig zahlt der AG die Hälfte der KV-Beiträge, Sozial-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung, Vermögenswirksame Leistungen, Unfallversicherung (VOLL), Fort- und Weiterbildung, Bildungsjahre etc. und nicht zuletzt die betriebliche Altersvorsorge. Versteht mich nicht falsch, ich prangere keinesfalls an, daß die AG sich an den sozialen Sicherungssystemen beteiligen müssen, ich finde es nur, um es mal platt zu sagen, undankbar, unter diesen Verhältnissen von "Ausbeutung" zu sprechen.

Und das gern genommene Argument der ach so geldgeilen Aktionäre, dessen einziges Interesse es ist, Gewinne einzustreichen: dem Aktionär GEHÖRT das Unternehmen. Folglich trägt er auch ein unternehmerisches Risiko (nämlich das des Totalverlustes seiner Einlage), schafft Arbeitsplätze durch die Investition seines Kapitals. Des weiteren zahlt die AG auf Gesellschafterebene Körperschaftssteuer, der Aktionär Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag (das natürlich große AGs wie z.B. VW sich von ihrer Körperschaftssteuerlast "freipressen" ist natürlich nicht richtig, keine Frage).

Die Frage ist, worin für den privaten Anleger noch der Reiz bestehen soll, sein Geld dem Kapitalmarkt zur Verfügung zu stellen, wenn er von seinen Einkünften bald mehr als 40 % abdrücken soll. Am Aktien- und Rentenmarkt ist das letztlich nur in eine Hausse attraktiv, wenn die Kursgewinne dementsprechend sind. Die Dividendenrendite interessiert heute niemanden mehr, das kann ich Euch versichern. Nur: wenn der deutsche Kapitalmarkt nicht mehr attraktiv ist und die Anleger sich ins Ausland orientieren, steht den deutschen AGs recht schnell das Wasser bis zum Hals und dann werden erst recht Arbeitsplätze abgebaut!

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