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Geschrieben von Ralph am 30.10.2003, 15:59 Uhrzurück

hmmm...

Hi Marit,

willst Du im Ernst jetzt behaupten, wenn ein Mohammedaner in Deutschland auf die Straße geht, daß er dann von einem Fundamentalisten getötet wird? Ich denke doch, daß Du übertreibst, oder Du hast es nicht so gemeint. :-)

Die blutige Geschichte der christlichen Kirchen bestreite ich überhaupt nicht, habe ich auch nie getan. Kreuzzüge, 30jähriger Krieg... um nur die allerschlimmsten zu nennen.
Auch die Verstrickung der Kirchen im Geflecht des Dritten Reiches wahr gewiß kein Ruhmesblatt.

Aber selbst wenn letzteres "erst" 60 Jahre her ist, heißt das noch lange nicht, daß ich mir kein urteil erlauben darf.
Und ob die Christenheit mehr Blut am Stecken kleben hat als der Islam... das vermag ich jetzt auf die schnelle nicht zu sagen, will ich im Grunde auch gar nicht. Ich halte nichts davon, die JAhrhunderte gegeneinander auszuspielen.

Ich weiß nicht, drücke ich mich denn so mißverständlich aus?
Politiker, Organisationen, Vereine, Gewerkschaften... viele Führungsstrukturen und Personen, die man, jetzt mal salopp ausgedrückt, den westlich-christlich-abendländischen Kreis zuordnen würde (bitte jetzt nicht darauf herumreiten), geben Statements ab im Namen der Mitgleider, der Völker (die sie gewählt haben) und prangern an, wenn es erforderlich ist.

Das war am 11.09.2001 so, aber es gibt beispielsweise auch kritsiche Töne aus der EU an die Adresse Israels an der Siedlungspolitik.
Manches gestaltet sich politisch schwieriger, findet aber trotzdem statt (Kritik an China, ams Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens).

Da wird ganz offen quer durch die EU debattiert und diskutiert über den Irak-Konflikt.
Auch Papst Johannes Paul II., über den ich im Prinzip eine spezielle Meinung habe, wie Du weißt (*gg*), hat sich zu Krisensituationen beschwichtigend geäußert oder auch Kritik geübt.

Nun sage ich ja auch nicht, daß Christen alles richtig machen und Mohammedaner alles falsch. Das habe ich auch nicht ausgedrückt.

Ich sehe nur, daß Teile der islamischen Welt seit geraumer Zeit auf einem Wege sich befindet, der zunehmend mit gewalt gepflastert íst. Das geht quer durch die Kontinente. Algerien, Ägypten, Iran, Afghanistan, Pakistan.
Saudi-Arabien, als Wächter über die Heiligen Stätten, Irak... natürlich spielen da auch Ungerechtigkeiten seitens der Obrigkeit eine Rolle, ganz klar.
Das Ganze ist aber doch eine Entwicklung, an der in meinen Augen jeder intellektuell bewanderte Muslim interssiert sein müßte.
Und genauso, wie ich nicht täglich an einer Demo teilnehmen kann, bei der es um Verbechen von Christen geht, genausowenig erwarte ich dies von Muslims.

Ich habe auch mit den Anti-AKW-Demos nicht sagen wollen, daß es sich um christliche Veranstaltungen handelte, ich wollte damit zum Ausdruck bringen, daß sich viele Menschen, auch und grade Christen, dort engagiert haben.
Und... es war auch eine Reaktion auf das Posting von Moni weiter unten! :-)

Ich erhebe hier doch z.B. meine Stimme und stelle mich Dingen entgegen, von denen ich meine, daß sie nicht in ordnung sind. Ich mag nicht immer recht haben, aber ich äußere mich.
Und es spielt dann keine Rolle, wer die Betreffenden sind, seien es die Täter oder die Opfer. ich habe da keine Scheuklappen.

Dasselbe erwarte ich aber auch von einer speziellen Gruppe unter den Bürgern hier in Deutschland, bisher habe ich kein Statement gehört.

Und wenn Du Sinn und Zweck eine Demo nur an den unmittelbaren Erfolg knüpst, dann ist das doch sehr kurz gedacht, finde ich. Es geht doch bei so einer Sache auch darum, zu zeigen: "Hallo, diese meinung gibt es auch, wir sind nicht einverstanden mit x, wehren uns gegen y, möchten mehr z, aber aufkeinen Fall a,b,c, usw."

Ich erwarte einfach, daß sich endlich auch mal Mitgleider der muslimischen Glaubensgemeinschaft zu Wort melden, die vielleicht kritisch bis ablehnend zur HAltung der USA stehen, aber den Terror der Partsianen gegen das irakische Volk (denn das hat keinen Strom, kein Wasser, keine Lebensmittel, keine Infrastruktur) eindeutig ablehnen.
Es würden dadurch doch auch Signale gesetzt, und zwar Signale, daß der freidfertige Islam eben auch seine Stimmen hat, die bereit sind, diese auch zu erheben. Zumindest in der freien Welt sollte das doch möglich sein. :-)

Zu guter letzt will ich das beispiel Deines ersten Absatzes noch einmal aufgreifen:
"Ich glaube im Gegenzug kaum, daß du, wenn du menschenfeindliche Äußerungen von fanatischen Christen hörst, das dann mit "dem Christentum" allgemein verbindest."

Nein, würde ich nicht. Ich würde aber zum beispiel auf einer Plattform wie dieses Forum sie darstellt, dagegen argumentieren, sobald das Thema darauf kommt, und nicht, wie moni es gepostet hat, mit den "lieben Muslims" als gegenargument kommen.

Hast Du mich wenigstens etwas besser verstanden?? *hoff* :-)

Ralph/Snoopy

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