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Geschrieben von Galiann am 04.11.2003, 12:03 Uhrzurück

Hier noch was dazu und was ich nicht verstehe...

Auszug aus der www.aachener-volkszeitung.de
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Lewendel und Wirtz warten - natürlich von einander getrennt - in der Justizvollzugsanstalt in der Aachener Soers. «Wir haben Markus Lewendel von der Aachener JVA Adalbertsteinweg Mitte September dorthin verlegen lassen, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Das ist in der modernen Soerser Anstalt einfacher», sagt sein Verteidiger Wolfram Strauch.

Mit seinem Aachener Kollegen Hans Lambert geht es ihm vor allem darum, dass eine «besondere Schwere der Schuld» im Urteil nicht festgeschrieben wird.

Im Falle einer lebenslänglichen Haftstrafe führt dieser Zusatz dazu, dass der Verurteilte nicht schon nach 15 Jahren auf eine Entlassung auf Bewährung hoffen kann. Dies wäre erst nach 25 Jahren hinter Gittern möglich.

Eine eigene Aussage wird Lewendel vor Gericht dem Vernehmen nach nicht riskieren. Im Gegensatz zu Wirtz: «Unser Mandant hat nach seiner Festnahme mit seinen Angaben umfassend zur Aufklärung beigetragen», erklärt dessen Verteidiger Frank Seebode aus Köln. «Es besteht kein Anlass, von diesem Verhalten in der Hauptverhandlung abzuweichen.»

Seebode steht sein Kollege Gottfried Reims zur Seite. Jeweils zwei Verteidiger wurden notwendig, weil die Prozessakten schon jetzt mehrere tausend Seiten umfassen.

Oberstaatsanwalt Albert Balke hat die besondere Schwere der Schuld dagegen schon in der Anklageschrift verankert. «Selbstverständlich werden wir klären müssen, wie es zu dieser Tat kommen konnte», erklärt er.

Psychiater und Sexualwissenschaftler sollen dazu vor Gericht referieren. «So weit es möglich ist, werden wir dabei auf schreckliche Details verzichten.»

Trotzdem: Die Eltern der ermordeten Geschwister wollen an der Verhandlung nicht teilnehmen. Sie bitten um Verständnis, dass sie ihre Trauer nicht in aller Öffentlichkeit aufarbeiten möchten.

Natürlich sind sie dankbar für die große Anteilnahme der Bevölkerung. Dennoch ist es ihr Wunsch, nicht von Medienvertretern angesprochen und auch nicht mit Details des Tathergangs konfrontiert zu werden.

Vor Gericht lassen sie sich von Rechtsanwältin Silke Kirchvogel und ihrem Kollegen René Strucken aus der Eschweiler Anwaltsbürogemeinschaft Belka, Kirchvogel & Strucken vertreten.

Alle Prozessbeteiligten sehen für Mittwoch, 5. November, einem medialen Großaufgebot entgegen. Fernsehsender, Nachrichten-Agenturen, etwa 50 Journalisten sind akkreditiert. Das Interesse ist immens und gesetzlich gewollt. Auch das dürfte den emotionalen Kraftakt im Saal 339 kaum entlasten.

Neben 50 Journalisten finden 50 Zuschauer Platz im Saal 339. «Jeder, der den Prozess vor Ort verfolgen möchte, muss sich auf langwierige Überprüfungen und stundenlange Wartezeiten an den Sicherheitsschleusen einstellen», sagt Gerichtssprecher Brantin. Zuschauer werden nach der Reihenfolge ihrer Ankunft eingelassen.
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Ich verstehe erstmal nicht, wie ein Anwalt FREIWILLIG eine solche Verteidigung übernimmt (klar hat jeder Angeklagte das Recht auf einen Verteidiger, aber da hätte es doch auch ein Pflichtverteidiger getan...)
Und wie es diesem Anwalt dann auch noch darauf ankommt, daß die besondere Schwere der Schuld nicht ins Urteil geschrieben wird - was ist denn dann bitteschön eine besondere Schwere der Schuld? Was muß man denn NOCH tun, um seiner Ansicht nach eine besonders schwere Schuld auf sich zu laden??????
Medieninteresse ist klar *würg*, die warten ja wahrscheinlich förmlich auf eklige Details....
Aber wer geht denn FREIWILLIG als Zuschauer zu so einem Prozess, um wahrscheinlich wirklich diese ekligen Details zu hören?
Ich bin selber Schöffin, aber würde ich als Schöffin zu einem solchen Prozess geladen, würde ich mich umgehend krank melden.......
Nunja, nehmen wir mal das Schlimmste an und die besondere Schwere der Schuld wird nicht festgeschrieben, dann dürften diese beiden - mir fällt dazu keine Bezeichnung ein - tatsächlich nach 15 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Entlassung stellen, DATT KANNET NICH JEBEN!

Liebe, nachdenkliche Grüsse

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