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Geschrieben von Arizona am 23.03.2003, 6:49 Uhrzurück

Hier ein Bericht vom Stern:

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Medien

Wüstenkrieg live
© dpa Journalisten im Embedding Programm der US-Streitkräfte in Kuwait City
Seit Jahren verlangen Journalisten vom US-Militär direkten Zugang zu Kriegsschauplätzen. Den haben sie jetzt bekommen, mit all den Strapazen und Gefahren, die dazugehören. In einer Kehrtwende seiner Informationspolitik hat das Pentagon im Irak-Krieg mehr als 600 Journalisten, die meisten aus der USA, eingeladen, sich mit amerikanischen und britischen Truppen «einbetten» zu lassen - auf Flugzeugträgern, Luftwaffenstützpunkten und in der Wüste. Per Satellit liefern sie jetzt Bilder und Berichte, zum Teil von vorderster Front.

Aus nächster Nähe
«Wir wollen über den Krieg aus nächster Nähe berichten,» sagt Martin Savidge vom Cable News Network (CNN) bevor er vergangene Woche mit anderen Journalisten in einen Bus stieg und in die nordkuwaitische Wüste fuhr. Am Samstagmorgen konnten Millionen Zuschauer weltweit live mitverfolgen, wie er mit einer Einheit der US-Marine-Infanterie in einem Dorf nahe der südirakischen Stadt Basra mit Raketenwerfern unter Beschuss geriet, während ihm eine besorgte Kollegin aus dem CNN-Hauptquartier in Atlanta den Rat gab, schnell seinen Helm aufzusetzten.


"Embedding"-Missionen
Dass «embedding» (einbetten) nicht nur heikel ist, sondern auch alles andere als bequem, berichten die Reporter, Fotografen und Kameraleute aus der Wüste schon länger über ihrer Satellitentelefone. Mindestens eine Woche lebten die meisten, genau wie die Soldaten, über die sie berichten, in isolierten Militärlagern im Norden Kuwaits. Das bedeutete Hitze und Staub, auf dem Boden schlafen, Feldrationen essen und sich mit begrenzten Wasserrationen begnügen. Duschen war nur einmal pro Woche erlaubt.

Vorbereitung für den Ernstfall
«Der Gestank ist schlimm», berichtete ein Fotograf aus einem 70-Mann Zelt im Camp Coyote. «Der Mief ist schon fast wie eine Bio-Waffe», fügte er mit Galgenhumor hinzu. Eigentlich war aber weder den Soldaten noch den Journalisten zum Scherzen zumute, während sie sich auf den Ernstfall vorbereiteten. Immer wieder mussten sie gemeinsam üben, sich schnell Gasmasken und ABC-Schutzanzüge überzuziehen, für den Fall, dass irakische Truppen im Gefecht tatsächlich Massenvernichtungswaffen einsetzen sollten.

Wahrung einer kritischen Distanz
Weil Militär und Medien beim «embedding» praktisch in einem Boot sitzen, befürchten Kritiker, dass die objektive Berichterstattung leiden wird. Den Militärjargon hätten sich manche Reporter schnell angeeignet, bemerkte Craig Copetas, ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die meisten Teilnehmer betonen allerdings, dass sie sich zur Wahrung einer kritischen Distanz durchaus verpflichtet fühlten.

Keine taktischen Details verbreiten
Zensur soll es nicht geben, verspricht das US-Militär, jedenfalls nicht um den Krieg schön zu reden. Allerdings mussten sich alle «embeds» verpflichten, bestimmte Informationen vorerst für sich zu behalten, zum Beispiel Truppenstärken und -Positionen. Auch Bilder, mit denen sich tote amerikanische Soldaten und Kriegsgefangene identifizieren lassen, sind tabu. Besonders wichtig, so die Militärs, ist, dass Journalisten keine taktischen Details verbreiten. Denn das könne gefährlich werden, sowohl für die Soldaten als auch die Journalisten.

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