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Geschrieben von Zwurzenmama am 05.06.2005, 11:41 Uhrzurück

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Stadt kürzt bei Täter-Therapien

n Neue Diskussion um Pädagogik-Urlaube

Die tödliche Messerattacke vom Kronsberg: Bei der Stadtverwaltung wird diskutiert, so genannte erlebnispädagogische Maßnahmen nur noch in Ausnahmefällen zu genehmigen.
VON STEFAN FLEER, VERA KÖNIG UND HARALD THIEL
HANNOVER. Nach dem brutalen Mord am Kronsberg müssen Experten jetzt klären, ob Täter Jesse B. (17) schuldfähig ist oder nicht. „Wir haben einen Sachverständigen mit einem psychiatrischen Gutachten beauftragt“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge gestern zur NP. Die Akten seien bereits zu dem Experten unterwegs.
Als Fahnder den 17-Jährigen am Tatort festnahmen, soll er laut Zeugen immer wieder geschrieen haben: „Er ist ein Vampir. Er wird nicht sterben. Er überlebt.“ Wenig später stellte sich heraus, dass Jesse B. wegen psychischer Auffälligkeiten in Behandlung gewesen war. Ermittler überlegten, den 17-Jährigen in eine Spezialklinik einweisen zu lassen. Doch ein Fachmann konnte keine psychischen Auffälligkeiten feststellen.
Das Motiv der Tat ist unklar. Warum fiel er in einen Blutrausch und tötete Programmierer Frank M. (51) mit 28 Messerstichen? Möglicherweise stand Jesse unter Drogen. Freunde sagten, dass er oft gekifft und Medikamente genommen habe. Eine Tat im Drogenrausch? Ermittler hatten dem Jugendlichen Blut abgenommen. Die Probe wird in der Rechtsmedizin untersucht. Staatsanwalt Klinge: „Das Ergebnis wird in den nächsten Tagen vorliegen.
Wegen Körperverletzungen war der 17-Jährige bereits polizeibekannt. Drei Straftaten sind in seinem Bundeszentralregister eingetragen. Als Intensivtäter wurde er von der Polizei nicht geführt. Bekannte berichteten jedoch, dass er vom Jugendamt zu einer erlebnispädagogischen Maßnahme nach Sizilien geschickt worden war. Dort sollte er die Regeln des alltäglichen Lebens lernen. Kein Einzelfall: In den vergangenen zwei Jahren habe es in Hannover 31 solcher Maßnahmen gegeben, so Stadt-Sprecherin Ulrike Serbent-Kniep. In 80 Prozent der Fälle seien die Maßnahmen im Nachhinein als erfolgreich bewertet worden.
Unter den 31 Fällen sollen nach NP-Informationen aber auch Maßnahmen sein, um Straßenkinder, die in Hannover aufgegriffen werden, aus der kriminellen Szene und dem Drogen-Milieu wegzubekommen. Sie werden beispielsweise sechs Wochen lang in einem Haus in Dänemark untergebracht – bezahlt wird der in Hannover organisierte Aufenthalt aber von der jeweiligen Stadt, in der die Jugendlichen gemeldet sind. Dass Kinder für zwölf Monate oder länger im Ausland in Einrichtungen untergebracht werden, soll jedoch äußerst selten sein. Innerhalb der Behörden werden diese Maßnahmen nach NP-Informationen sehr kritisch gesehen. Der pädagogische Erfolg müsse gegeben sein, sonst seien solche Maßnahmen dem Steuerzahler nicht zu vermitteln. In den nächsten Jahren sollen Auslandsaufenthalte deshalb nur noch in Ausnahmefällen genehmigt werden.

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