Aktuelles und Neuigkeiten Aktuelles und Neuigkeiten
Geschrieben von marit am 01.10.2003, 11:57 Uhrzurück

Re: hatte heute vormittag....

Hallo,

ich bin ja so etwas ähnliches wie Lehrerin (zumindest ist der Unterricht ein Teil meiner Arbeit an der Uni). Natürlich würde ich um nichts in der Welt mit einem Altenpfleger tauschen wollen (ich bewundere es wirklich sehr, daß es Menschen gibt, die das für so wenig Geld machen), aber es ist schon so, daß man oft erst im Nachhinein bemerkt, welches Profil der gewählte Beruf wirklich hat. auch meine Arbeitszeit ist eingeteilt zwischen Anwesenheitspflichen im Seminar und Büro, Unterricht (plus vor- und Nachbereitung), administrativen Aufgaben, Sprechstunden, Tagungsorganisation etc. und daneben gibt es die Dinge, die ich mir frei einteilen kann (eigene Forschungsarbeit, Korrekturen von Hausarbeiten, Gutachten schreiben). Einerseits ist das natürlich ein Vorteil, weil ich flexibel bin, wenn mal was Wichtiges ansteht und mir eigentlich nie freinehmen muß (andererseits "darf" ich mir aber auch nie freinehmen, denn dann heißt es ja gleich, daß man das doch auch außerhalb der Bürozeit erledigen kann). Aber gerade diese Freiheit hat auch eine negative Kehrseite...

Klar, wenn mein Mann und ich was erledigen müssen, muß ICH das immer machen (er müßte sich ja frei nehmen), einkaufen muß ich (er würde ja in der rush our vor langen Warteschlangen stehen), wenn meine Mutter anruft, daß sie ein Problem hat, muß ich ihr zuhören (ich bin ja zu hause), wenn ich sage, daß ich arbeiten muß, ist sie eingeschnappt (was sie nicht wäre, wenn ich in einem Großraumbüro säße), ich bin zu hause ansprechbar, das heißt, ich werde in der Regel auch permanent angesprochen, die Unordnung zu hause geht mir so auf den Geist, daß ich mich nicht konzentrieren kann, also mach ich auch noch den meisten Haushalt allein. Diese Dinge haben häufig genug zur Folge, daß ich dann, wenn mein Mann zu hause sich an seinem Feierabend freut, ich all das nacholen muß, wozu ich tagsüber nicht mehr gekommen bin, oft bis tief in die Nacht hinein. Außerdem habe ich nie das "Gefühl", daß ich so richtig frei habe, immer ist noch etwas Aufgeschobenes zu erledigen.
Inzwischen empfinde ich es sogar schon als Freizeit, wenn ich in den "Ferien" keine administrativen Pflichten habe, also dann endlich meine eigenen Forschungen vorantreiben kann.

Einfach mal nach einem harten Tag den Fernsehabend genießen ist überhaupt nie drin. Und das ist schon ein harter Preis für die flexiblen Arbeitszeiten.

Beitrag beantworten

Zurück ins Forum

Unten der Beitrag und die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge im Forum Aktuelles und Neuigkeiten