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Geschrieben von Ralph am 26.09.2004, 1:18 Uhrzurück

Hab den Film mit meinem Sohn gesehen...

... und ich denke, daß solche Filme schon sehr wichtig sind. War das nicht eine britische Produktion?? Aber egal.
Ich habe vor vielen Jahren Original Wochenschauen mit Wahlkampfreden Hitlers aus den 20er und 30er Jahren gesehen.
Wer die gesehen hat, bekommt eine Ahnung von der Ausstrahlungs- und Überzeugungskraft, die dieser Mann gehabt und auf die menschen ausgeübt hat. Das ist keine Bewunderung, sondern eine Feststellung. Das Fatale an dieser Sache ist, daß er z.T. sogar recht hatte bzw. den Leuten aus der Seele sprach, wenn er den Antritt zu reichstagwahlen von rund 35 Parteien anprangerte. Klar, daß manche ihm zujubelten, wenn er ankündigte, einige davon rauskehren zu wollen. Und das er nur seine eigene Partei im Reichstag zu belassen gedachte, davon war im Wahlkampf nie die rede bzw. die leute haben darüber nicht nachgedacht.

Das Phänomen Hitler kann man überhaupt nur erfassen, wenn man den Kontext der Weimarer Republik samt Erbe aus dem Versailler Vertrag mit einbezieht.

Der Film heute Abend endete etwa im Herbst 1934, und gab schon einen gewissen Eindruck, mit welcher Skrupellosigkeit die Riege mit und um Hitler schon in den 20ern ihre Ziele verfolgt hat.
Und wenn ein Film gut gedreht ist, dann ist es mir sogar wurscht, ob er aus den USA kommt oder nicht.

Vor rund 25 Jahren gab es einen 4-Teiler im Fernsehen - "Holocaust" hieß der -, der zwar letztlich um eine erfundene Biographie einer "jüdisch-arischen" Familie kreiste, aber in diesen 6-7 Stunden alle Facetten des Grauens im "1000jährigen Reich" abhandelt. In einer der Hauptrollen Meryl Streep, ein Film aus den USA also, und dennoch ein Film, der mehr herüberbringt als so manche trockene Reportage.
Ich bin froh, daß ich ihn vor einigen Jahren hab aufnehmen können. Demnächst, wenn meine Tochter hinsichtlich dieses Themas im Rahmen der Oberstufe nochmals in die Vollen geht, werde ich ihn mit beiden Kindern schauen.

Solche Filme tragen m.E. dazu bei, sich einzugestehen, daß die damalige Generation, berücksichtigt man die Bildungssituation und die fehlende soziale Absicherung von damals, sicherlich nicht schlechter gewesen ist als unsere heutige, daß wir in gleicher Situation möglicherweise genauso anfällig gewesen wären, genau diesselben Lügen geglaubt hätten und genauso immer mehr in eine von Todesangst gezeichnete Ohnmacht geglitten wären.
Das begreiflich zu machen kann oft keine Reportage, kein Geschichtsbuch.

Übrigens, von einigen Stockfehlern abgesehen, ist sogar der Film "Das Boot" absolut authentisch. Vordergründig schaut es zunächst wie plumpe Aktion aus, hat man etwas Hintergrundwissen, offenbaren sich Welten zwischen den Zeilen! :-)

Deshalb: Ich halte das Zeigen solcher Filme für wichtig und richtig, auch und gerade in "diesen Zeiten". :-)

Gute Nacht
Ralph/Snoopy

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