Aktuelles und Neuigkeiten Aktuelles und Neuigkeiten
Geschrieben von Rio am 13.11.2005, 11:55 Uhrzurück

Re: @Frosch

Hallo,

"Kinder spielen mit den Sachen, die ihnen gefallen"

In erster Linie spielen Kinder mit den Sachen, die ihnen angeboten werden. Denn wenn sie noch nie einen Ball gesehen haben, weil die Eltern keinen anbieten, KÖNNEN sie gar kein Interesse dafür entwickeln. Die Eltern treffen die Vorauswahl. Und, ganz wichtig: anbieten alleine reicht nicht! Es muß auch ein entsprechednes Feedback der Bezugspersonen kommen, sonst erlischt das evtl. vorhandene anfängliche Interesse ganz schnell.

Dazu ein Besipiel aus meinem Bekanntenkreis:

Mutter A mit Tochter bei uns zu Besuch: Tochter kommt mit Teddy im Arm, den sie hält wie ein Baby und sagt (sinngemäß): "Mama, schau mal!" Mutter wendet sich Tochter zu, sagt:" Oh, wie schön. Hast du ein Baby? Das ist aber süß. Hast du deinem Baby schon was zu Trinken gegeben?" usw. Sie reicht der Tochter (ca. 2 Jahre) einen Plastikbecher, ermuntert sie das Baby zu füttern und danach zu wickeln, dann ein Schlaflied vorzusingen etc.

Zwei Wochen später Freundin B mit Sohn im ungefähr gleichen Alter zu Besuch. Sohn kommt mit dem selben Teddy im Arm an; ebenfalls in Baby-Halte-Postition. Reaktion Mutter B: "Oh, was für ein schöner Teddy. Der hat ein ganz weiches Fell." Ende der Reaktion. Viertelstunde später kommt Sohn mit Autos und Mutter B setzt sich mit ihm auf den Boden und sie spielen Autocrash.

Für sich gesehen keine große Sache. Und natürlich lässt sich mit dem einen Beispiel nicht beweisen, dass Söhne und Töchter verschieden erzogen werden.
Aber weil es eben der haargenau selbe Teddy war und das Kind genau gleich damit ankam, sind mir die unterschiedlichen Reaktionen so gut im Gedachtnis.
Denn so läuft das ja nicht nur ein mal im Kinderleben, so unbewußt reagieren Erziehende oft.

Hätte ich die Beiden gefragt, hätten bestimmt beide Stein und Bein geschworen, sie würden Töchter und Söhne gleich erziehen.
Und würden 2 Jahre später steif und fest behaupten, der Junge hätte "schon immer", quasi alleine aus innerem Antrieb, weil angeboren lieber mit Autos gespielt bzw. das Mädchen mit Puppen.

Übrigens war das bei diesen beiden Frauen garaniert keine Ausnahmesituation. Ich kenne beide Frauen sehr gut, habe viel Kontakt und sehr viel mitbekommen, wie diese Kinder erzogen werden.

Um auf den Punkt zu kommen: Kinder spielen nicht nur damit, was ihnen aus "innerem Antrieb" besser gefällt.
Eltern treffen die Vorauswahl und bringen ihren Kindern (unbewußt) bei, WAS für sie interessant ist.
Natürlich nicht immer, aber sehr, sehr oft. Und das Ganze läuft lange vor dem Kiga-Alter ab.


iele Grüsse,
Rio

Beitrag beantworten

Zurück ins Forum

Unten der Beitrag und die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge im Forum Aktuelles und Neuigkeiten