Aktuelles und Neuigkeiten Aktuelles und Neuigkeiten
Geschrieben von fiammetta am 06.01.2006, 11:42 Uhrzurück

Re: Frage ist doch immer:

Hi,

ich schätze, sie entstehen aus Angst, Unterlegenheitsgefühlen und aus oftmals tatsächlich schlechten Erfahrungen.
Beispiele:

1. Ich hatte zahlreiche Bewerbungstrainigs mit Leuten aus der ehemaligen UdSSR. Nachdem ich alles genau wissen will, interviewte ich sie zu den unterschiedlichsten Themen, was mir einiges an Vorurteilen genommen hat. Ich hatte Kurse, in denen ultranette, lernwillige, integrationsbereite Leute saßen und andere, in denen ich einen Dolmetscher brauchte, was mich stark verwunderte. Ein guter Teil dieser Personen wiederum bekam den 100. Deutschkurs, weil Hopfen und Malz verloren war. Kostet unseren Staat Geld, klar. Andere fuchtelten mir mit dem Messer vor der Nase herum und amüsierten sich dabei königlich. Ich neige aber nicht zur Schreckhaftigkeit, sondern gab ihnen tüchtig Kontra. Schon war der Spuk aus. Dafür haben aber die meisten Menschen den Hintern zu weit unten und folglich fühlen sie sich ausgeliefert.
Der nächste Punkt ist, daß nach dem Krieg die sudetendeutschen, usw. Flüchtlingen finanzielle Ersatzleistungen für ihre zurückgelassenen Besitztümer erhielten. Wird von meiner sudetendeutschen Schwiegermutter bestätigt. Das Geld war natürlich zu wenig, aber diese Leuten bekamen etwas und die anderen, die auch viel verloren hatten, bekamen nichts. Daraus entsteht Haß. Später wurde dasselbe den Rumäniendeutschen der 80er Jahre unterstellt und heute den Rußlanddeutschen. Ob tatsächlich solche Gelder zur Verfügung gestellt werden, weiß ich nicht, aber alleine die Vorstellung reicht aus, um Antipathien zu schüren.

2. Die Kriegsverbrechen der Deutschen in Italien werden sowohl in Deutschland wie auch in Italien totgeschwiegen, existierten aber dennoch. Macht nachfolgende Generationen furchtbar beliebt... Dann noch das polternde Auftreten der ersten zu Geld gekommenen und eben durchaus noch von den Überresten der alten Ideologien durchdrungenen deutschen Touristen des Wirtschaftswunders. Dazu die Berichte der italienischen Gastarbeiter der 50er Jahre - wer läßt sich schon gerne, auch nicht vorübergehend, in Baracken unterbringen und als "Spaghettifresser" titulieren?

Im übrigen lenken Antipathien gegenüber bestimmten Bevölkerungsgruppen doch so schön von eigenen Problemen ab und erhöhen einen selbst. Gleichzeitig ist es aber auch so, daß nicht die einen nur gut (= Ausländer) und die anderen nur böse sind (= Inländer). Auf der ganzen Welt funktioniert Integration über das Erlernen der Sprache des Gastlandes und darüber, daß man Kultur und Gesetze der Gastgeber akzeptiert und respektiert. Folglich finde ich es für alle Beteilgten nur positiv, daß inzwischen Integrationskurse verpflichtend (und hochsubventioniert)besucht werden müssen, zumindest von den Neuankömmlingen.

LG,

Fiammetta

Beitrag beantworten

Zurück ins Forum

Unten der Beitrag und die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge im Forum Aktuelles und Neuigkeiten