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Geschrieben von Elisabeth mit Fumi & Temi am 24.01.2005, 11:33 Uhrzurück

Re: FDP Wahnsinn

Hallo,

das erinnert mich an Singapore.

In den 80er Jahren wurde dort in Anlehnung an die chinesische 1-Kind-Politik - allerdings etwas demokratisch kompatibler - dazu aufgerufen, daß jede Frau nur ein Kind haben solle. Ich habe von 1989 bis 1991 dort gewohnt, da gab es gerade einen Umschwung. Man stellte fest, daß man von Zuwanderern alleine nicht leben kann, weil diese in den meisten Fällen keine gute Ausbildung haben. Also gab es eine Kampagne, die "Besserverdienende" zu mehr Kindern animieren sollte. "Have two or more if you can afford it!" hieß es da. Auch da ging es darum, daß Besserverdienende sich die "guten" Schulen leisten können und daher nur aus diesen Familien wirklich qualifizierte Arbeitnehmer kommen.

Ich bin da hin und hergerissen. Einerseits ist es nun mal Tatsache, daß aus Kindern von Sozialhilfeempfängern rein statistisch mit einer signifikant höhereren Wahrscheinlichkeit auch wieder Sozialhilfeempfänger werden. Aber die Frage ist ja, ob man nicht vielleicht da ansetzen sollte. WARUM kommen diese Kinder nicht aus der "Sozialfalle" heraus? Was können wir als Gesellschaft tun, um das Potential an qualifizierten Arbeitskräften auszuschöpfen, anstatt es "vergammeln" zu lassen.

Natürlich wäre es einfacher, das Kinderkriegen den Leuten zu überlassen, die mit vergleichsweiser hoher Wahrscheinlichkeit gut qualifizierte Arbeitnehmer "erzeugen". Aber es paßt nicht mit unserem Verständnis von Menschenwürde zusammen.

Wobei:
Ein paar Dinge in der "Steuerung" laufen schon ganz doll schief. Und ich sehe die Gefahr, daß vor lauter Tabuisierung der Diskussion auch diese Dinge nicht angesprochen werden.
Es gibt z.B. Untersuchungen hier für München, daß vor allem die Stadtteile mit sozial Schwachen und mit Superreichen vergleichsweise viele Kinder haben. Bogenhausen (ein Luxus-Stadtteil) hat viele Kinder, aber auch Hasenbergl und Neuperlach., wo überdurchschnittlich viele sozial Schwache wohnen. Also ist es wohl so, daß sich Kinder nur derjenige leisten kann, der ENTWEDER überduchschnittlich viel verdient und den daher die Kosten für Kindermädchen bzw. daheimbleibende Ehefrau nicht schrecken, ODER der sich darauf verlassen kann, daß der Staat die Kosten mit Kindergeld, Erziehungsgeld, Sozialhilfe etc. auffängt. In der "Mitte", also bei denen, die so holpernd aber normal über die Runden kommen, ist die Geburtenrate sehr gering. Diese Untersuchung gab mir schon zu denken.

Ich würde mir wünschen, daß man aus diesen Erkenntnissen Konsequenzen zieht, aber BITTE NICHT in die Richtung "Zwangssterilisation für sozial Schwache". M.E. gibt es auch andere Lösungen.

Lieben Gruß,
Elisabeth.

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