Aktuelles und Neuigkeiten Aktuelles und Neuigkeiten
Geschrieben von sasu am 14.05.2003, 13:47 Uhrzurück

Es spielt gar keine Rolle mehr, ob Saddam die Waffen hatte,entscheidend ist, dass er sich so gebärdet hat......

Peinliche Suche nach Kriegsgrund

Jetzt will US-Präsident Bush den Krieg geführt haben, weil der Irak sich gebärdete, als habe er welche.
Washington - Wo sind eigentlich die irakischen Massenvernichtungswaffen? Nicht ohne Häme wird die Frage der US-Regierung von Gegnern des Irak-Krieges im In- und Ausland immer wieder gestellt. Schließlich waren die angeblichen Geheimwaffen Saddam Husseins der wichtigste Kriegsgrund, und den Beweis, dass es sie tatsächlich gab, ist die Bush-Regierung bislang schuldig geblieben. Mehr als vier Wochen nach Kriegsende haben die amerikanischen Spezialeinheiten bislang keinerlei chemische oder biologische Waffen gefunden, und auch auf mögliche Geheimprogramme zum Bau einer Atombombe gibt es keinen Hinweis.

Während US-Präsident Bush öffentlich weiter behauptet, die Suche nach Saddams verbotenen Waffen habe „gerade erst begonnen“, und er sei „sehr zuversichtlich“, dass man die Beweise finden werde, setzt sich bei den amerikanischen Inspektoren vor Ort offenbar die Erkenntnis durch, dass die Suche aussichtslos ist. „Ich glaube nicht mehr, dass wir überhaupt irgendetwas finden werden“, zitiert die „Washington Post“ einen Offizier der Spezialeinheiten.

Den Bericht der Zeitung, dass ein erheblicher Teil der Inspektoren in den nächsten Tagen abgezogen wird, hat die US-Regierung zwar bislang nicht bestätigt. Doch auch im Weißen Haus räumt man hinter vorgehaltener Hand ein, dass die Entdeckung schlagkräftiger Beweise für verbotene Waffen immer unwahrscheinlicher werde. Politisch verliert das Thema, das die Debatte vor dem Krieg maßgeblich bestimmt hat, für die Bush-Regierung immer mehr an Bedeutung. Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Amerikaner den Krieg im Rückblick auch dann noch für gerechtfertigt halten würde, wenn sich herausstellen sollte, dass es die vermuteten Massenvernichtungswaffen nicht gab. „Dennoch steht hier die Glaubwürdigkeit von Bush und Powell auf dem Spiel“, sagt David Albright, der in den neunziger Jahren als Inspektor der Internationalen Atomaufsichtsbehörde IAEA im Irak nach Atomwaffen gesucht hat und jetzt ein Washingtoner Forschungsinstitut leitet. „Wenn überhaupt keine verbotenen Waffen gefunden werden, kann das für Bush auf Dauer durchaus zu einem Problem werden. Wenn die Lage im Irak wieder schwieriger wird, werden auch in den USA viele Leute die Frage stellen, warum man das alles überhaupt begonnen hat.“

Albright glaubt, dass Saddam Hussein tatsächlich verbotene Waffenarsenale hatte und auch versucht hat, Nuklearwaffen zu entwickeln. Doch habe die US-Regierung die Suche nach Beweisen falsch angefasst: „Die Leute vom Pentagon führen sich im Irak auf wie kleine Staatsanwälte und verschrecken gerade diejenigen, die wertvolle Informationen liefern könnten.“ Vor allem irakische Wissenschaftler fühlten sich von den Amerikanern bedroht und fürchteten, selbst zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dadurch vergrößere man das Risiko, dass Wissenschaftler in andere Länder flüchteten, wo sie möglicherweise wiederum an geheimen Rüstungsprogrammen mitwirkten.

Für einen Kardinalfehler hält Albright zudem die Ablehnung der US-Regierung, die UN-Inspektoren wieder in den Irak zu lassen. Auf ihre Erfahrung zu verzichten, heiße, die Erfolgschancen zu schmälern. Die Spezialeinheiten vor Ort berichten unterdessen von anderen Problemen. So haben sich die Informationen der CIA über vermutete Waffenlager, Bunker und Labors in den meisten Fällen als falsch erwiesen. Von den 19 Top-Zielen, die die CIA vor dem Krieg identifiziert hatte, sind 17 erfolglos inspiziert worden. Von einer Liste mit 68 Zielen wurden knapp 50 ohne Ergebnis kontrolliert. Fast ausnahmslos finden die Amerikaner zerstörte oder geplünderte Einrichtungen vor. „Ich verstehe gar nicht, warum wir die Suche noch fortsetzen“, sagt Richard Gonzales, Offizier in einer der Einheiten, „wir wissen doch, dass andere längst hier waren und dass wir nichts finden werden.“

In Washington wird unterdessen eine neue Argumentation vorbereitet, mit der man glaubt, den Krieg rückblickend immer noch rechtfertigen zu können: „Es spielt gar keine Rolle mehr, ob Saddam die Waffen hatte“, sagt Michael Schrage, externer Berater der Regierung, „entscheidend ist, dass er sich so gebärdet hat, als habe er welche, und dass die Ungewissheit darüber, was tatsächlich Sache war, für uns ein unerträgliches Sicherheitsrisiko dargestellt hat.“

quelle: http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1052506428687&openMenu=1051025397862&calledPageId=1051025397862&listid=1051025400139

und frgae von mir: wann hat er (saddam)sich denn so gebaerdet ? er hat doch immer gesagt, er haette keine und hat auch die waffeninspektoren reingelassen. haette er das getan, wenn etwas zu finden geesen waere ?
habe ich irgendwie etwas verpasst ?

gruss,
sasu

Beitrag beantworten

Zurück ins Forum

Postfach Mein Postfach 
Unten der Beitrag und die bisherigen Antworten. Sie befinden sich in dem Beitrag mit dem grünen Pfeil.
Die letzten 10 Beiträge im Forum Aktuelles und Neuigkeiten