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Geschrieben von Nina H. am 17.05.2003, 13:13 Uhrzurück

Es ist MEINE Schuld *alleschandeaufmich*....

Entschuldigung!!!!...ich habe Birgit diese Mail weitergeleitet, also alles meine Schuld...mich hat Gott sei Dank Jemand darauf hingewiesen:

Extra-Blatt (12.05.03)
E-Petition: Steinigung in Nigeria (2)
Amina Lawal soll durch Steinigung hingerichtet werden
Ein älterer Fall, dasselbe Thema: Safiya Husseini
Ein Kettenbrief ruft derzeit dazu auf sich an einer Online-Petition zu beteiligen. Dies mit dem Zweck, die Steinigung einer Frau zu verhindern, der in Nigeria nach islamischem Recht die Hinrichtung droht. Dies ist ein realer Fall, kein Hoax.

Hintergrund
Amina Lawal (31) wird vorgeworfen, unehelichen Sex gehabt zu haben. Sie war zuvor verheiratet und wieder geschieden worden. Als Beweis dient ihre Schwangerschaft bzw. das Kind, das sie daraufhin gebar. Der Mann, der der Vater sein soll, bestritt seine 'Beteiligung' und wurde daher freigesprochen(!). Nach islamischem Sharia-Recht wurde Amina Lawal im März 2002 vom einem Sharia-Gericht in Bakori, im nigerianischen Bundestaat Katsina, zum Tod durch Steinigung verurteilt, weil sie als unverheiratete Frau Sex mit einem Mann hatte. Die Hinrichtung wurde aufgeschoben, damit sie ihr Kind stillen kann, bis es entwöhnt ist. Danach muss sie wieder vor Gericht erscheinen, damit über ihren Einspruch gegen das Urteil (bzw. über ihr Gnadengesuch) verhandelt werden kann. Der Termin wurde mehrfach verschoben und ist nunmehr auf den 3. Juni 2003 festgesetzt.
Amina Lawal wird von lokalen und internationalen Menschenrechtsgruppen unterstützt und (auch juristisch) betreut. Sie befindet sich nicht in Haft.

In den Kettenbriefen werden teilweise falsche Angaben gemacht, z.B. dass am 3. Juni 2003 die Hinrichtung sein solle. Ferner wird fälschlich behauptet, eine ähnliche Kampagne habe zur Begnadigung von Safiya Husseini geführt.
[Originaltext des Kettenbriefs]
Dessen ungeachtet ist die Website, auf der die Petition angesiedelt ist, eine offizielle Website von Amnesty Int., Spanien.

Kettenbriefe sind kein adäquates Medium zur Kommunikation seriöser Anliegen.
E-Petitionen ändern nichts.
Niemand, der etwas ändern könnte, nimmt E-Petitionen ernst oder auch nur zur Kenntnis.

Amnesty International (ai) unterstützt diese Kettenbrief-Aktion in dieser Form ausdrücklich nicht. Sie wird als potenziell für die Sache eher schädlich angesehen.

Weiterführende Quellen:
amnesty international Pressemitteilung 06.05.03
amnesty international UK
UrbanLegends.About



Extra-Blatt (08.03.02)
E-Petition: Steinigung in Nigeria
dazu: Pressemitteilung von Amnesty International (ai)
Zu dem geschilderten Fall und der Kettenbriefaktion nimmt Amnesty International (ai), Sektion Deutschland, eine klare Position ein, die in einer Mitteilung der Pressestelle ausgedrückt wird.
Die Wiedergabe dieser Mitteilung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle von Amnesty International, Sektion Deutschland.


Sehr geehrte Damen und Herren,

hier nun wie gewünscht Informationen zum Fall von Safiya Yakubu Hussaini in Nigeria, die hoffentlich hilfreich für Sie sind.

Der Fall ist amnesty international natürlich bekannt und die Organisation ist bereits seit mehr als einem halben Jahr in diesem Fall aktiv.

Bevor ich näher auf die konkreten Schritte von ai eingehe, möchte ich zunächst einige Dinge richtig stellen, die in der offensichtlich weit verbreiteten e-Mail Petition falsch sind:

1. Safiya Yakubu Hussaini ist kein Mädchen, sondern eine Frau von 30 Jahren, die bis vor zwei Jahren verheiratet war.

2. Die Verurteilung zur Steinigung ist noch nicht endgültig, das Verfahren dauert noch an und ist mittlerweile in der 2. Berufung. Am 18. März wird es eine Neuverhandlung geben, da die Verteidigung während der letzten Anhörung Mitte Januar eine neue Argumentationsstrategie gewählt hat, die eine erneute Überprüfung des Sachverhaltes notwendig macht.

In Anbetracht des laufenden Verfahrens und mit dem Wissen, dass eine allzu große Medien-/ Öffentlichkeitsresonanz (v.a. in westlichen Ländern) die Erfolgsaussichten auf eine letzte Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof in Nigeria (der kein Sharia - Gericht ist, und deshalb Safiya Yakubu Hussaini aufgrund der Sachlage nicht zum Tode verurteilen wird) eher mindern als fördern wird, hat sich ai vorerst gegen eine breit angelegte Aktion entschieden.

Amnesty international arbeitet eng mit lokalen NGOs in Nigeria zusammen, um Safiya Yakubu Hussainis Position im Gerichtsverfahren zu stärken und unterhält zudem Kontakte zu den nigerianischen Botschaften in Europa bezüglich des Falles (diese Arbeit wird ausschließlich von den Koordinatoren gemacht, da es sich hierbei nicht um eine Massenprotestaktion handelt).

Wie Sie sehen können, sind die Informationen in der Rundmail nur teilweise korrekt und ergeben im Ganzen ein eher verzerrtes Bild der wirklichen Verhältnisse. Ich möchte Sie daher bitten - wenn Sie es noch nicht getan haben - die Rundmail nicht weiterzuleiten und auch keine Petition an den nigerianischen Botschafter zu schicken.

Wenn Sie an dem weiteren Verlauf der Gerichtsverhandlung interessiert sind, werde ich Sie gerne darüber unterrichten, sobald mir die Informationen über die Gerichtsverhandlung am 18. März vorliegen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sabine Höhn, Nigeria - Expertin/ ai Deutschland
Pressestelle
amnesty international

Tel: +228-98373-307
Fax: +228-630036

nachzulesen unter: http://www.tu-berlin.de/www/software/hoax/safiya-ai.shtml

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