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Geschrieben von Moneypenny77* am 12.11.2005, 10:47 Uhrzurück

Re: Emanzipation für alle

Mußte heute morgen beim Frühstück so an diese Diskussion denken, als mein Mann die Tageszeitung las und auf der Rückseite eine Auto-Werbung war. Unser Sohn (1 1/2) brüllte raderkastendoll "Auto, Auto" und zwar zum ersten Mal derart exzessiv, vorher war nie ein besonderer Hang zu Autos zu erkennen gewesen. Testweise ab es dann auch noch die Auto-Motor-Sport als Zugabe und was soll ich sagen? Nie zuvor war mein Sohn solange mit etwas begeistert beschäftigt. Klar sind auch der Swiffer-Staubmaget und mein Staubsauger spannend und wenn mein Mann mit einem Brötchen krümelt wird unser Sohn weiblich-hysterisch "Ooooooh neiiiiin" und holt sofort einen Besen: ja wenn's im Spaß macht!

Vorgestern war ich mit meiner SchwieMa in einem Kindergeschäft. Dort gab es Haba-Sitzmöbel super reduziert, ich wollte dem Kleinen diesen grünen Sitzwürfel mit Blümchen und Spiegel etc. drauf zu Weihnachten kaufen, weil er den so toll fand. Meine SchwieMa ehrlich entsetzt: "Da gibt es aber schönere Sachen für einen Jungen!!!" Hm, Blumen sind also nichts für Jungen. Als wir ihn aus den Augen verloren und er mit einem rosa Baderock auf dem Kopf wieder auftauchte, schämte SchwieMa sich zu Tode, während ich mich vor Lachen krümmte.

Ich finde es nicht besser, einem Mädchen KEINE Puppenküche zu "erlauben", nur um diese "Rolle" zwanghaft zu unterbinden, wie ein Kind extra in eine bestimmte Rolle zu drängen. Klar bekommt mein Sohn viel Jungsspielzeug geschenkt: Akkubohrer, Bausteine, Autos etc. Wenn wir aber in einem Geschäft sind und er möchte unbedingt ein Puppenservice zum Spielen haben: dann bitte.

Ich bin auch ein totaler "hellblau für Jungs und rosé für Mädchen"-Freak, nicht zuletzt, weil es die aktuellen Trendfarben auch für mich sind. Auch sein neues Kinderzimmer wird hellblau-weiß gehalten. Aber da auch sein Vater rosa Hemden, Krawatten und Einstecktücher trägt, hat auch mein Sohn bereits ein rosa Oberhemd und ich finde es nicht "unmännlich".

Glaube es ist auch eher so, daß man Mädchen zu "Nicht-Typisch-Mädchen" macht, als umgekehrt, oder überspitzt formuliert: eine Mädchen-Mutter zieht ihrer Tochter eher eine Hose an als eine Jungs-Mutter ihrem Sohn einen Rock.

Ich selbst war übrigens auch immer eine Mädchen, daß seinen Werkzeugkasten den Barbies klar vorgezogen hat und bis heute kann ich mit Männern grundsätzlich mehr anfangen, als mit Frauen. Ich trage gern rosa, spitze Schuhe und trage Make-up, bin aber trotzdem lieber beim Fußball, als auf der Kö.

Wie immer im Leben macht es die gesunde Mischung und nicht das Extrem, weder in die eine noch in die andere Richtung.

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