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Geschrieben von ninas59 am 12.11.2005, 22:08 Uhrzurück

Emanzipation die Xte

Eigentlich hat mich das Thema nicht angesprochen, aber wohl doch so sehr beschäftigt, dass ich noch etwas dazu schreiben möchte.

Also ich bin nicht emanzipiert.
Vielleicht nicht mehr, aber ich weiss es nicht so genau. Ich wüsste auch gar nicht wovon ich mich emanzipieren sollte. In den 70ern war es ein sehr brisantes Thema, ausgelöst durch die 68er und höchst dringlich. Aber jetzt?

Was repräsentiert eigentlich eine emanzipierte Frau?

Oh mein Gott, was war ich doch immer für ein ganzer Kerl? Ich war für alles zuständig, habe alles in die Hand genommen während die Weibchen auf ihren Stühlchen saßen und sich die Nägel lackiert haben. Keine Wand und kein Nagel war von meiner Emanzipation sicher. Ich habe geleitet, geführt gemacht und die anderen haben mich gelassen. Ja, da kann man schon mal mitten im Auftrag paddeln gehen, denn die Ninas bekommt das Projekt schon zu ende. Natürlich habe ich das. In der 85 Stunde nonstop Arbeit habe ich meine ersten Programmierschritte gelernt nach der 95 bin ich auf der Tastatur eingeschlafen. (die Abdrücke waren noch stunden später zu sehen.)

Ich bin im Oktober in Californien im Badenanzug zum Bodysurfen gegangen wobei die Männer alle Neoprenanzüge trugen, und die Weibchen zuhause in der warmen Stube blieben.
Ich habe meine Harley selber in mein Wohnzimmer geschoben und dort zerlegt und wieder zusammengebaut.
Auf dem Gewerkschaftstag der RFFU vor 18 Jahren bin ich dann emanzipierten Frauen begegnet. Sie waren gerade damit befasst sämtliche Sender davon zu überzeugen, dass auf Rundschreiben von nun an nicht mehr Regisseur/in, Redakteur/in oder Bildmischer/in zu stehen habe, sondern Regisseur und Regisseurinnen, Redakteure und Redakteurinnen sowie Bildmischer und Bildmischerinnen. Da ich ja nur mit so minderwertigen Aufgaben wie die Integration der Privaten Sendern befasst war, bin ich dann lieber mit den Männern abends einen saufen gegangen.

Tja, und nachdem ICH eine Tochter geboren hatte, die mit 4 Jahren nichts doofer fand als Jungs und nichts schöner als die Farbe Rosa, wusste ich, dass ein Mädchen als ein Mädchen geboren und nicht als solches erzogen wird. (entgegen der Meinung der 70er, das Geschlecht würde anerzogen)
Tja, nachdem ich mich gebeugt und mich damit auseinandergesetzt habe, wenn die Farbe Rosa nicht für blonde Blauäugige kleine Mädchen gemacht ist, für wen denn bitteschön dann?

Inzwischen habe auch ich den Genuss kennen gelernt das Weibchen rauszukehren. Ich sitze genüsslich auf meinem Sofa und lese meine derzeitige Lieblingsautorin und höre schmunzelnd den Flüchen meines Mannes zu, der sich gerade wieder die Finger an den Nägeln wundkloppt.

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