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Geschrieben von Ralph am 27.01.2006, 12:28 Uhrzurück

@Elisabeth: Ganz von der Hand zu weisen ist das aber nicht...

Hi Elisabeth,

da ist aber etwas dran.

Hier ein Beispiel meiner eigenen Biographie:

Ich habe mich in den 70ern ausgiebigst mit dem 3.Reich, Holocaust etc. auseinandergesetzt. U.a. durch lange Gespräche mit vielen Leuten habe ich dann meinen Standort gefunden.
Quintessenz: Ich persönlich trage keine Schuld, stehe aber in der Pflicht und Verantwortung, das meinige dazu beizutragen, daß sich soetwas nicht wiederholt. Diesen Standpunkt habe ich auch erfolgreich an meine Kinder weitergeben können.

Ich hatte aber ein Riesenproblem, und das hieß Heinz Galinski! Für diejenigen, denen dieser Name nichts (mehr) sagt, das war der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland. Dieser Mann hat mir permanent das Gefühl gegeben, daß ich, ich ganz persönlich, Schuld trage an den Verbrechen, die während des Dritten Reiches verübt wurden. Dabei fühlte ich mich sehr unwohl, lehnte dieses Dogma von Anfang an ab und mußte mit allen Mitteln kämpfen, daß dieses Unbehagen nicht in schleichenden Antisemitismus überging.

Wenn jüdische Mitbürger immer wieder in gewisse Wunden Salz hineinstreuen, anderseits aber Verbrechen an Roma und Sinti vergleichsweise totgeschwiegen werden, wenn ein Bundestagspräsident für eine für meine Begriffe intelligente Rede (es war Jenninger) geschaßt wird, einen Tag später aber der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrates der Juden, Herr König, im Interview des Deutschlandsfunks einräumt, daß er, König, diese Rede nicht schlimm fand und Jenninger für seine Begriffe nicht hätte gehen müssen... dann wird es brandgefährlich!!!

Gottlob hat sich die Streitkultur in Deutschland in den letzten 15 Jahren auf diesem und benachbarten Feldern etwas gewandelt. Inzwischen darf man ja sogar die deutschen Opfer während der großen Vertreibungen bei und nach Kriegsende thematisieren, nachdem dies 55 Jahre ein absolutes Tabuthema war.

Das gibt mir Hoffnung, endlich zu einem "normalen" und dennoch verantwortungsbewußtem Umgang mit der Vergangenheit zu kommen.

Mit der Ausländerfeindlichkeit verhält es sich doch ähnlich. Wenn ich als Deutscher mein Unbehagen über manche Entwicklung in der Ausländerpolitik nicht mehr äußern darf, weil Ausländer unsere Geschichte immer wieder instrumentalisieren, dann ist genau das der gefährliche Nährboden für diese verlamedeite unselige "braune Soße", die immer mal wieder hochkocht. Obacht, Achtung!!!, kann ich da nur sagen, daß uns dieser Kessel nicht mal um die Ohren fliegt! :-)

Liebe Grüße
Ralph/Snoopy

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