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Geschrieben von sasu am 30.06.2003, 22:09 Uhrzurück

echt ? das haette ich nicht gedacht...mir kam das alles voellig durchdacht vor (den ironischen ...

... unterton denkt euch bitte dazu ;-)): "Laßt uns mal Krieg spielen": Der Angriff der USA auf Irak fand offenbar ohne jeglichen Plan für das DANACH statt US-Regierung «ohne jeden Plan»
für irakische Zivilverwaltung

25. Jun 11:33


Es war ein Fehler, sich für die Nachkriegsordnung in Irak aufs Militär zu verlassen, sagen Kritiker der US-Regierung. Etwas anderes blieb ihr allerdings nicht übrig: Sie war nicht vorbereitet.

«Ich dachte, wenn der Kampf vorüber ist, würde uns jemand ein Buch in die Hand drücken und sagen: Das ist der Plan», sagt Oberstleutnant Randy Grant, der für Zivilverwaltung und Wiederaufbau in der Provinz Diyala zuständig ist. Seine Erwartung wurde enttäuscht. Ohne jede strukturierte Vorgabe haben Grant und seine Männer Aufgaben zu erfüllen, für die die meisten von ihnen - 35 Soldaten für eine Provinz mit 1,4 Millionen Einwohnern - keine Ausbildung haben.
Grant und die Seinen versuchen, das Beste aus der Situation zu machen - und geben zugleich zu, dass sie völlig überfordert sind. Verantwortlich für alles von der Auszahlung der Gehälter im Öffentlichen Dienst über Wasser- und Stromversorgung bis hin zum Wiederaufbau einer funktionierenden Selbstverwaltung ohne Funktionäre des alten Regimes, schaffen sie es gerade einmal, ein Mindestmaß Vertrauen in der Bevölkerung zu halten. Wenn auch nur durch das ehrliche Bekunden, alles Mögliche tun zu wollen, aber auf verhältnismäßig verlorenem Posten nur verschwindend wenig tun zu können.

Unter den wenigen erfahrenen Verwaltungsfachleuten, die am Wiederaufbau in Irak teilnehmen, herrscht Unmut über die US-Regierung. «Das Militär für die Nachkriegsordnung sorgen zu lassen, hätte die letzte Option sein müssen, nicht die erste», zitiert die «Washington Post» einen von ihnen. «Aber das hätte eine intensive Planung erfordert, um die sich die US-Regierung nicht gekümmert hat.» Niemand sei bei der Vorbereitung des Krieges auf die Idee zu kommen, über Bagdad hinaus zu denken, niemand habe auch nur die Frage gestellt, ob man über genügend zivile Verwaltungsfachleute für die Provinzen verfüge. Überdies mangelt es auch an Militärs, die Verwaltungsaufgaben übernehmen könnten.

Die Folgen: Misstrauen und Ablehnung gegenüber den Verwaltern besonders unter einfachen Bürgern und ehemaligen Beamten und Soldaten. Denn die Militärverwalter sind bewaffnete Soldaten in Uniform, ihnen zur Hand zu gehen, hat den Ruch des Verrats. Angesichts der Angriffe auf Soldaten der Siegermächte ist das ein Vorwurf, dem sich Irakis aus Furcht um ihr Leben nicht aussetzen wollen. Überdies haben Infrastruktur und Verwaltung, Lebensmittelversorgung und Polizei selbst an den schlimmsten Tagen unter den UN-Sanktionen gegen das Baath-Regime nicht schlechter funktioniert als seit dem Sieg der USA und der Briten, wie unabhängige Helfer meinen.

Die USA hatten Vorschläge, die weltweit erworbene Erfahrung und das entsprechende Personal der Vereinten Nationen, der EU, der OSZE oder des Europarates zu nutzen, nach dem Krieg mit barscher Geste abgelehnt. Wer sein Blut für den Sieg gegeben habe, der solle auch die Kontrolle behalten, hieß es. Nun stellt sich nach Ansicht der kritischen US-Beamten heraus, dass die Beteuerungen des Pentagon, es werde keine Probleme geben und das Militär sei vorbereitet, von den Entscheidern in Washington - schon aus Kostengründen - ohne weitere Prüfung für wahr genommen worden waren. Um den Preis des allmählichen Kontrollverlusts. (nz)
http://www.netzeitung.de/spezial/irak/244794.html

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