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Geschrieben von sasu am 22.06.2003, 13:29 Uhrzurück

Die Verbindung zwischen Hussein und Al Qaida beginnt auch in den US-Medien zu bröckeln....mt

Bush berief sich auf zweifelhafte Beweise

Um seinen Feldzug gegen Saddam Hussein zu begründen, berief sich George W. Bush im Herbst auf Informationen der US-Geheimdienste. Es gebe Beweise für eine Qaida-Irak-Connection, so der US-Präsident. Doch offenbar waren die Hinweise mehr als zweifelhaft.

Washington - Cincinnati, am 7. Oktober 2002: US-Präsident George W. Bush redet über sein derzeitiges Lieblingsthema: den Irak. Er schimpft über den "mörderischen Tyrannen" Saddam Hussein und spricht von der der Notwendigkeit, ihm das Handwerk zu legen. Auch dass vom Irak eine eindeutige Gefahr für die USA ausgeht, weiß der Präsident zu belegen. Seine Geheimdienste hätten klare Hinweise auf eine Verbindung zwischen Saddams Regime und der Qaida, jenem Terrornetzwerk, das für die Attacke des 11. September 2001 verantwortlich gemacht wird.
Doch die Hinweise, die den Geheimdiensten vorlagen, und ihre Bewertung, so berichtet die "Washington Post" jetzt, waren weit weniger klar, als Bush glauben ließ. In einer Verschlusssache des Geheimdienstes sei in vorsichtigen Worten von solchen möglichen Verbindungen die Rede gewesen. Zugleich sei aber in dem Geheimdienstbericht, der zum Zeitpunkt von Bushs Rede von Regierungsbeamten eingesehen worden sei, vor der Glaubwürdigkeit mancher Hinweise gewarnt worden.

Der Bericht stelle nach Einschätzung von Fachleuten und Kongress-Kreisen den Konsens der US-Geheimdienste über die Lage im Irak dar, berichtete die Zeitung weiter. "Es gab immer einen internen Streit innerhalb der Geheimdienste über die Kontakte zwischen (dem gestürzten irakischen Präsidenten) Saddam Hussein und al-Qaida", sagte ein führender Geheimdienstmitarbeiter der Zeitung.

Die "Washington Post" berichtete, Bush habe in seiner damaligen Rede in Cincinnati auf Kontakte zwischen dem Irak und al-Qaida auf hoher Ebene verwiesen, die "ein Jahrzehnt zurückreichen", und gesagt, "wir haben erfahren", dass der Irak al-Qaida-Kämpfer "in Bombenbau und Giften und tödlichen Gasen" trainiert habe. Unter Berufung auf ihre Quellen berichtete die Zeitung weiter, Bush habe nicht auf die Vorbehalte der Geheimdienste hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der Informationen hingewiesen.

Die USA haben ihren Krieg gegen den Irak vor allem auch damit begründet, das Land besitze Massenvernichtungswaffen. Da trotz monatelanger Suche keine solchen Waffen gefunden wurden, gerät die US-Regierung immer mehr unter Druck, sie habe möglicherweise die Bedrohung durch den Irak übertrieben. Die US-Truppen suchen seit ihrer Invasion des Irak am 20. März nach Massenvernichtungswaffen.

In seiner wöchentlichen Radioansprache sagte Bush am Samstag, Plünderungen an mutmaßlichen Waffenlagerstätten im Irak hätten mit dazu geführt, dass dort bislang keine Massenvernichtungswaffen gefunden wurden. "Für mehr als zehn Jahre hat Saddam Hussein alles Erdenkliche versucht, um seine Waffen vor der Welt zu verstecken. In den letzten Tagen des Regimes wurden dann Dokumente und verdächtige Waffenorte geplündert und verbrannt", sagte Bush.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,254106,00.html

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