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Geschrieben von Ralph am 04.08.2011, 17:21 Uhrzurück

Die Gesetze sind absolut in Ordnung...

Hallo,

zunächst einmal muß man zwingend dieses Verfahren vom Mordfall abkoppeln. Wer dies unterläßt, hat vom Rechtsstaat keine Ahnung und sollte besser den Mund halten. Lynchjustizdenken und Vermengung von Dingen, die nichts miteinander zu tun haben, führen direkt in die Bananenrepublik, die wir alle hoffentlich nicht wollen.

Für seinen Mord hat der Täter den Prozeß bekommen. Man mag darüber streiten, ob es das Urteil seinerzeit angemessen war oder nicht, das Verfahren ist jedenfalls durchgeführt und ausgeurteilt, damit muß man sich nicht mehr beschäftigen.

Eine völlig andere Sache ist die Androhung von Folter. Und DARUM ALLEIN geht es. So sehr wir alle mit dem Resultat zufrieden waren, so sehr liegt mir dennoch die Vorgehensweise im Magen. Der Polizist hatte Glück, daß es letztlich im Nachhinein auch der Täter war. Zum Zeitpunkt der Folterandrohung aber war dieser nur Tatverdächtiger, zwar dringend tatverdächtig, aber eben nur Tatverdächtiger. Rechtfertigt das Folter? Was, wenn es nicht der Täter gewesen und Folter angewendet worden wäre?
Das sind absolut mittelalterliche Methoden, von denen wir uns in unserer Gesellschaft VÖLLIG ZURECHT abgewandt haben. Soetwas wurde zu Zeiten der Inquisition betrieben, aber doch bitte nicht mehr heute in modernen Rechtsstaaten!

Die Folterandrohung widerspricht allen Moralvorstellungen und wurde und wird zurecht angeprangert. Der Polizist war sich sicher, daß er den Täter vor sich hatte, aber hätte auch irren können. Von daher ist ein entsprechender Prozeß völlig folgerichtig und auch vonnöten, der er erinnert uns an Grundwerte, die unter allen Umständen zu wahren sind.

Das man "so jemanden" das nicht gerne zugestehen mag, ist menschlich verständlich, das aber zu ertragen gehört mit zu einem Rechtsstaat, und wir sollten alle froh darüber sein. Denn im Ernstfall schützen uns genau diese Normen selbst vor staatlicher Willkür. Die Praxis staatlicher Willkür ist in Deutschland noch nicht so lange her. Wer das nicht glaubt, dem ich empfehle ich entsprechende Lektüre über die Verhaftungs- und Verhörpraktiken von Gestapo und SS.
Den Anfängen ist deshalb zu wehren, und insofern haben die Gesetze funktioniert. Ich begrüße das Urteil, es macht noch einmal unmißverständlich deutlich, wo die Grenzen der Strafverfolgung u.a. liegen.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." (Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland)

Das gilt für ALLE und JEDEN Menschen, für Opfer wie für Mörder, Sexualtäter und Bankräuber!

Viele Grüße
Ralph

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