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Geschrieben von Moneypenny77* am 27.08.2004, 12:10 Uhrzurück

Re: Die Aktionäre...

Gut, nur kannst Du davon ausgehen, daß ein Aktionär, sein Invesitionskapital auch "erarbeitet", also im Rahmen der Lohn- oder Einkommensteuer versteuert und somit auch Sozialversicherungsbeiträge dafür gezahlt hat. Mal ganz abgesehen davon, daß ich als Berater meinem Kunden dann einfach vorschlage, Titel ohne Dividendenrendite oder Fonds zu kaufen.

Im übrigen müssen dann aber bitte auch Inhaber von z.B. Bundeswertpapieren herangezogen werden... Fragt sich nur, wieso ich meinem Staat noch Geld leihen sollte, wenn ich dafür dann auch noch doppelt und dreifach zahlen soll?

Bei den meisten AGs ist es so, daß der Streubesitz sehr gering ist und sich ein Großteil des Aktiengrundvermögens im Eigentum der Eigner befindet. Und: Aktionäre "haften" alle gleich, eine Familie Quandt genauso wie Oma Else, nämlich nur mit ihrem eingesetzten Kapital. Was weg ist, ist weg, mehr kann aber nicht weg gehen (im Gegensatz zum Einzelunternehmer oder zur OHG). Zum Thema Vorstandsgehälter: was hier nicht funktioniert ist das Kontrollorgan der Aufsichtsräte, die sind nämlich dazu da, die Vorstandstätigkeit zu überwachen. Aber da die in der Regel alle Aufsichtsräte aus den Vorständen kommen und miteinander verquirlt sind, hackt die eine Krähe der anderen kein Auge aus. Und wenn dann die Aktionäre auf der Hauptversammlung den Vorstand entlasten (die sich aber wiederum von ihren Banken vertreten lassen, deren Vorstände dann wieder im Aufsichtsrat sitzen), muß ich sagen: selber schuld! Nun ist Oma Else aber auch total uninterssant für den Kapitalmarkt, da der Großteil des deutschen Aktienkapitals im Streubesitz von institutionellen Anlegern (Banken, Versicherungen, Fonds), gehalten werden. Warum? Wenn ich heute meinem Kunden einen Gefallen tun will, empfehle ich ihm, anstelle einer klassischen Lebensversicherung eine fondsgebundene LV zu nehmen und anstelle einer Aktien-Direktanlage eine Fondslösung zu präferieren, nicht zuletzt aus steuerlichen Gesichtspunkten.

Was ich aber sagen will ist, daß man sich auf einem sehr dünnen Eis bewegt, wenn man durch immer weitere Belastung das Kapital mittelfristig aus dem Land treibt. Hier ist es unbedingt nötig, was natürlich sehr schwer ist, Ausgewogenheit zu schaffen. Schlichweg für falsch halte ich es, wenn's nicht läuft nach AG und Kapitaleignern zu schreien, denn auch bei denen ist mittlerweile eine Zumutbarkeitsgrenze erreicht, ob es einem nun passt oder nicht.

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