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Geschrieben von Moneypenny77 am 11.11.2003, 10:25 Uhrzurück

Des Vatikans bzw. Kardinal Ratzingers neuestes "Opfer".... HARRY POTTER!

Aus der heutigen RP:
"Der Vatikan kritisiert den Kult um Zauberlehrling Harry Potter. Der Präfekt der Glaubensorganisation, Joseph Kardinal Ratzinger, spricht von "subtilen Verführungen, die unmerklich und gerade dadruch tief wirken und das Christentum in der Seele zersetzen". Dies schreibt der frühere Münchner Erzbischof in einem Brief an die oberbayerische Publizistin Gabriele Kuby, die ein Potter-kritisches Buch veröffentlicht hat. Ratzinger lobt Kuby in dem gestern vom 'PUR-Magazin' veröffentlichten Brief für ihr Buch mit den Worten: 'Es ist gut, daß sie in Sachen Harry Potter aufklären." Die bei Rosenheim lebende Autorin sagte der katholischen Zeitschrft, durch Harry Potter werde Magie in die Kinderzimmer gebracht, und damit würden christliche Werte zerstört. Junge Leser verlören durch die Lektüre das Unterscheidungsvermögen zwischen Gut und Böse. "Die Qualität von Liebe ist im Potter-Universum nicht existent und nicht erfahrbar", sagte Kuby. Die Bücher lieferten jüngeren Lesern den Stoff für Albträume und ein Angstpotenzial, das sich dann entfalte, wenn es in der wirklichen Welt Grund zur Angst gebe, kritisierte die Soziologin."

Mann, was für ein überdrehter Quatsch! Ich finde es toll, das Kinder endlich mal wieder mit Begeisterung LESEN und das auch noch zusammen mit ihren Eltern und oft sogar Großeltern. Gut, ohne Altersbeschränkung sind die Bücher sicher nicht, aber die Bibel ist kaum weniger brutaler. Ihre Angstzustände und Albträume kriegen Kinder m.E. aus ganz anderen Quellen wie z.B. Streit in der Familie, Terror durch Mitschüler in der Schule, Kinderarmut, Prügel, Mißbrauch, Vernachlässigung. Hat beim "Herr der Ringe", "Momo" oder "Ronja Räubertochter" jemand geschrien, es gingen christliche Werte verloren? Harry Potter ist Fantasy und Kinder können das sehr viel besser abstrahieren als offensichtlich so mancher Erwachsener. An dem Punkt, wo ein Kardinal eine Romanfigur dafür verantwortlich macht, daß ihm im Kirchenvolk droht der Boden unter den Füssen weggerissen zu werden, wird es lächerlich. Und eine Frau, die ein Buch über ein Buch schreibt, das sie für gefährlich hält, versucht in meinen Augen auf sehr billige, wenn auch zugegeben unkoventionelle, Weise, an der Potter-Manie zu verdienen, mehr nicht. Warum gibt es immer Leute die ALLES mies machen müssen???

Das erinnert mich an einen Kommentar über Grimms-Märchen, den wir mal in der Schule seziert haben. Darin hieß es, Grimms Märchen seien absolut brutal und die Gebrüder Grimm pädophil (!) wie sich an "Hänsel & Gretel", ein inzestöses Pärchen, beweisen ließe...

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