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Geschrieben von JoVi66 am 29.09.2005, 15:16 Uhrzurück

Re: Der Placeboeffekt wird gemeinhin unterschätzt

Auch wir haben in meiner Zeit als "Schulmediziner" viele Doppeldblindstudien unternommen ( jedes Jahr sind da ein paar gelaufen) und die ANschließenden Veröffentlichungen ( auch bei den D-Blindstudien sind wir meistens an die "wahren Ergebnisse" gekommen, konnten (und durften) sie aber nicht veröffentlichen. Dabei hat sich gezeigt, dass ein hoher Plazeboeffekt einfach nicht wegzustreiten ist, da kann sich die Pharmaindustrie noch so auf die Hinterbeine stellen. Man konnte oft schon vor Beginn einer Therapie ( mit oder ohne Placebo) erwarten wie ein bestimmter Patient reagieren wird. War seine Grundeinstellung positiv, so führte eine Therapie signifikant (allerdings nur für die beteiligten Ärzte signifikant, da solche Ergebnisse nicht unbedingt dem entsprachen, was Pharmafirmen gerne hören wollten)zum Erfolg (Placebo oder Pharmaprodukt). Bei negativer Grundeinstellung waren auch die Insgesamtergebnisse zumeist schlechter. Das hat mir häufig deutlich gemacht, dass eine gute Medizin nicht nur durch einen alleswissenden Fachtrottel begründet wird , sondern auch in dessen Fähigkeit liegt, auf die Bedürfnisse und psycholog Probleme des Pat. einzugehen. Da den KH-Ärzten aber gerade diese Zeit immer mehr fehlt (immer schlimmer werdender Papierkram etc)und in zunehmenden Masse auch die Niedergelassenen gar nicht mehr die Zeit haben, da sie gezwungen sind rein wirtschaftl. zu arbeiten, sehe ich für den Patientenstamm Deutschlands schlechten Zeiten entgegen. Wohl dem, der pers. einen guten Facharzt kennt und sich nach Feierabend von ihm behandeln läßt und vor allem NICHT privat versichert ist. Ich selber bin und werde mich niemals freiwillig priv. vers. lassen.
G Johana

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