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Geschrieben von salsa am 18.02.2006, 9:22 Uhrzurück

dazu "fall" stephanie...

http://de.news.yahoo.com/17022006/336/unerkannt-nachbarschaft.html

Unerkannt in der Nachbarschaft
Freitag 17. Februar 2006, 17:40 Uhr

Unerkannt in der Nachbarschaft

Dresden (ddp). Bei der Suche nach der entführten und sexuell missbrauchten 13-jährigen Stephanie aus Dresden hat es eine Panne gegeben. Sachsens Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) sagte am Freitag: «Eigentlich hätte der Straftäter gefunden werden müssen.» Er ordnete eine Untersuchung der Ermittlungen durch das Landespolizeipräsidium an. Dabei geht es vor allem um die Klärung der Frage, warum ein vorbestrafter Sexualstraftäter, der nur wenige hundert Meter vom Elternhaus der Schülerin lebte, nicht ins Visier der Fahnder geraten
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war.

Stephanie war am 11. Januar auf dem Schulweg gekidnappt und nach fünf Wochen nur dank eines Zufalls befreit worden. Ein Passant hatte am Mittwoch in der Nähe eines Altpapiercontainers zufällig einen von ihr verfassten Zettel mit der Bitte um Hilfe gefunden und die Polizei alarmiert. Verdächtigt wird ein 35-jähriger Dresdner, der bis 2002 eine Haftstrafe von drei Jahren und vier Monaten wegen Missbrauchs Minderjähriger abgesessen hatte. Er soll Stephanie in seiner Wohnung gefangen gehalten und sexuell missbraucht haben. In ersten Vernehmungen schwieg er zu den Vorwürfen.

Bei den Ermittlungen waren 900 Personen in ganz Deutschland überprüft worden, darunter mehrere vorbestrafte Sexualstraftäter. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft gehörte der 35-Jährige allerdings nicht dazu. Bisher hieß es, dass die Polizei keine Kenntnis davon erhalten hatte, dass er im Mai 2004 umgezogen war. Die Dresdner Polizei soll deshalb nur eine veraltete Wohnadresse von ihm gehabt haben.

Laut Innenministeriumssprecher hätten die Fahnder nach den in Sachsen geltenden Regelungen wissen müssen, dass der inzwischen inhaftierte Tatverdächtige ganz in der Nähe des Elternhauses von Stephanie wohnte. Die Meldebehörden seien im Freistaat verpflichtet, ihre Daten an die Polizei weiterzugeben. Möglich seien etwa fehlerhafte Daten oder ein Computerfehler.

Die Opferhilfsorganisation Weißer Ring forderte unterdessen einen stärkeren Schutz der Bürger vor Sexualstraftätern durch «entschieden mehr Transparenz». Zumindest die örtlichen Polizeidienststellen müssten genauestens Bescheid wissen über die in ihrem Bereich lebenden einschlägig vorbestraften Straftäter, sagte Sprecher Helmut K. Rüster. Komme es hingegen wie im Fall Stephanie bei den polizeilichen Ermittlungen offenkundig zu «Stockfehlern, die nicht passieren dürfen», dann verliere die Bevölkerung das Vertrauen in den Rechtsstaat, und es steige die Gefahr von Selbstjustiz, warnte er.

Der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft, Christian Avenarius, wies indes darauf hin, dass es derzeit «keine zwingende Vorschrift» gebe, bei einem gelungenen Bewährungsverlauf bei Sexualstraftätern einen Wohnsitzwechsel an die Polizei weiterzuleiten. Wer über entsprechende Änderungen der Rechtslage nachdenke, um die Möglichkeiten zur Übermittlung relevanter Daten zu erweitern, der renne bei ihm allerdings offene Türen ein, fügte Avenarius hinzu.

Nach Darstellung des Sprechers des Innenministeriums ist eine solche Neuregelung zumindest in Sachsen nicht nötig, da die Meldebehörden der Polizei regelmäßig Daten weiterleiteten.

(ddp)

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